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Corax: Neuen Herausforderungen mit bewährten Konzepten begegnen

Simone Stüber und Reiko Fitzke haben im Corax 01/2016 veröffentlicht:

„Back to the roots“
Neuen Herausforderungen mit bewährten Konzepten begegnen
Mobile Jugendarbeit / Streetwork in der Migrationsgesellschaft

Der Artikel steht hier zum Download (PDF: 5,9MB) zur Verfügung.

Beitrag im „forum kriminalprävention“

forum kriminalprävention – 4/2015 Oktober-Dezember 2015

Wirkungsstärke in heißer Praxis

Mobile Jugendarbeit/Streetwork ist integrativ, inklusiv und demokratiebildend
Dieter Wolfer

Im Arbeitsfeld „Mobile Jugendarbeit/Streetwork“ werden derzeit Europa-, Bundes- und Landesfachstandards erneuert und verabschiedet. Hieraus ergeben sich ergänzende Ansätze, Methoden, Möglichkeiten und Aufgaben für die aufsuchende Soziale Arbeit. Der Beitrag beleuchtet die Anfänge von Straßensozialarbeit und Straßensozialpädagogik, reflektiert und verbindet sie mit aktuellen Herausforderungen. Mobile Jugendarbeit/Streetwork ist wirkungsorientierte und zukunftsgestaltende Integrationsbegleitung, Inklusionspädagogik, Krisenbewältigung, Prävention, außerschulische Bildung und Demokratieerziehung.

Den vollständigen Text Wirkungsstärke in heißer Praxis können Sie als PDF (304kB) herunterladen.

Quelle: http://www.forum-kriminalpraevention.de/streetwork.html

Stellungnahme des LAK MJA Sachsen e. V. zur den Anforderungen im Bereich Migration und Flucht

Die aktuelle Einwanderungsbewegung und die damit einhergehenden Veränderungen in den Kommunen und Landkreisen beeinflussen zunehmend den Arbeitsalltag der Projekte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork in Sachsen.

Die Gespräche mit den Adressat_innen im Streetwork, während Gruppen- oder Büroöffnungszeiten und in anderen Beratungszusammenhängen bewegen sich thematisch häufig um den Bereich „Flucht, Asyl in Deutschland und Integration von Asylsuchenden“. Durch die Errichtung von Notunterkünften, Aus- und Umbau von Gebäuden zur Nutzung und den Zuzug in Wohnungen durch Asylsuchende wird der Sozialraum beeinflusst. Auf der einen Seite gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung für die Zuflucht suchenden Menschen. Auf der anderen Seite werden soziale Medien und das Gemeinwesen genutzt, um Menschen zu mobilisieren „Widerstand“ zu leisten und Proteste vor den Unterkünften zu organisieren.

Mobile Jugendarbeit/Streetwork muss sich, wie alle Akteure im Sozialraum, mit diesen Themen auseinander setzen.

Dabei können die Fachkräfte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork jederzeit auf die aktuellen Fachstandards1 des LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. zurückgreifen. Diese geben Orientierung in der Arbeit mit Adressat_innen, deren Bedarfe, Ansichten und Meinungen sich durch den Wandel im Sozialraum verändern, aber auch in der Arbeit mit den Geflüchteten, die sich im Sozialraum bewegen. Grundlegende Bedeutung hat dabei das in den Fachstandards formulierte Grundverständnis:

Das im Grundgesetz garantierte Recht auf ein menschenwürdiges Dasein und das dort verankerte Sozialstaatsprinzip bilden die Grundlage für das berufliche Handeln im Tätigkeitsfeld Mobile Jugendarbeit/Streetwork.

Das dem Arbeitsfeld zugrunde liegende Menschenbild basiert auf den ethischen Grundsätzen der menschlichen Würde und der Gleichheit aller Menschen. Ausgehend von der Tatsache, dass die Partizipations­möglichkeiten von jungen Menschen im gesamtgesellschaftlichen Kontext oft begrenzt sind, handeln die im Arbeitsfeld Mobile Jugendarbeit/Streetwork tätigen Fachkräfte im Verständnis einer parteilichen Interessenvertretung für benachteiligte und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgegrenzte sowie sich selbst ausgrenzende junge Menschen2.

Wesentliche Merkmale Mobiler Jugendarbeit/Streetwork sind eine hohe Flexibilität und die Parteilichkeit für die Rechte junger Menschen – egal welcher Herkunft. Offensichtlich deswegen wird in manchen Gemeinden ein verstärkter Einsatz für Zufluchtsuchende, z. T. direkt in den Unterkünften, erwartet oder die Projekte begeben sich selbst in die Rolle, entstandene Versorgungslücken zu füllen. Auch wenn dies kurzfristig nötig und sinnvoll erscheint, ist das als mittel- oder langfristige Lösung abzulehnen. Das Wirkungspotenzial von Mobiler Jugendarbeit/Streetwork kann sich unter den temporär angelegten Bedingungen der Notunterkünfte nicht entfalten.

Das Konzept beinhaltet notwendiger Weise die Handlungsfelder Streetwork, Gemeinwesenarbeit, gruppenbezogene Arbeit und Einzelarbeit. Eine situative Gewichtung dieser Leistungen ist regelmäßig bedarfsgerecht vorzunehmen. Handlungsleitend sind jedoch die Bedarfe im Sozialraum. Primäre Aufgabe ist, im Gemeinwesen präsent zu sein, den Sozialraum zu kennen, Veränderungen wahrzunehmen und adäquat darauf zu reagieren. Hilfreich ist dabei ein Blick auf die Zielgruppe der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork: „junge Menschen in ihren selbstgewählten Gruppenstrukturen unabhängig von ihren Themen und subkulturellen Verankerungen. Dabei konzentriert sich Mobile Jugendarbeit vorrangig auf diejenigen, welche von einrichtungszentrierten Angeboten der Jugend- und Jugendsozialarbeit nicht erreicht werden, diese ablehnen bzw. nicht erreichen können3.“ Der Ansatz der Mobilen Jugendarbeit ist flexibel und hat das Potenzial, Impulse zu setzen, zu agieren und anzustoßen, ohne außerhalb des Handlungsansatzes zu agieren.

Der LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. ist im beständigen Dialog mit den Praktiker_innen und gibt wahrgenommene Herausforderungen sowie Veränderungen an Landespolitik und Verwaltung weiter. Eine wesentliche Funktion des LAK ist, den der Raum für die fachliche Reflexion zu schaffen und im Ergebnis die Entwicklung bedarfsgerechter Weiterbildungsmaßnahmen.

LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V.
November 2015


1) Fachliche Standards Mobile Jugendarbeit/Streetwork – LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. 2013
2) Artikel 1 GG und Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948)
3) Ursache dafür sind infrastrukturelle Defizite. Die Angebote sind zu weit entfernt oder nicht vorhanden.


Download Stellungnahme Zufluchtsuchende (PDF, 50KB)

forum kriminalprävention: Soziale Arbeit mit ideologisierten jungen Menschen

30. bundesweite Streetworktagung diskutiert komplexe neue Entwicklungen
Frank Dölker, Johanna Wagner & Dieter Wolfer

Die diesjährige Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Streetwork/Mobile Jugendarbeit widmete sich vom 7.9. bis 10.9.2015 in Eisenach dem sehr komplexen Thema „Radikalisierung junger Menschen“. Organisiert von der Bundesakademie für Kirche und Diakonie, zeigte die Tagung, dass Demokratieerziehung sehr früh über Beziehungsarbeit anzubieten ist. Streetwork/Mobile Jugendarbeit ist mehr als ständige außerschulische Bildung in der Lebensrealität junger Menschen, sie ist eine aufsuchende hoch qualifizierte Sozialarbeit, die parteilich und anwaltschaftlich Einzelne begleitet, Gruppen und Szenen betreut, im Gemeinwesen wirkt, Defizite aufzeigt und Lösungen mit der Beteiligung von (jungen) Menschen entwickelt.


Die Langfassung des Artikels finden Sie in der Zeitschrift: forum kriminalprävention – 03/2015 Juli-September 2015

Abschied von Gerhard Fuchslocher

Lieber Gerhard,

Gerhard_Fuchslocherdu hast nicht an Wunder geglaubt, eher, nein nicht eher, sondern ausschließlich an die Selbstbestimmtheit des Individiums. Doch dieses eine mal hätten wir gern an ein Wunder geglaubt. Nun, auch jetzt hast Du recht, es gibt keine Wunder. Obwohl, recht haben wolltest du auch nie. Du wolltest überzeugen, die Menschen mitnehmen, sie mit ihren eigenen Argumenten provozieren. Nicht immer auf Kompromisse aus aber immer auf das Verstehen Deines Gegenübers.

„Verstehen kann man vieles jedoch aktzeptieren muss man es noch lange nicht.“ Vielleicht war das einer Deiner Gedanken nach denen Du Dein Leben ausgerichtet hast. Auf alle Fälle war es eine Deiner Maxime, die Du uns im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit immer wieder versucht hast, zu vermitteln. Das war nicht immer bequem, mitunter sogar unbequem und machmal auch gegen den sozialpädagogischen Mainstream. Du hast uns nicht nur einmal provoziert, genervt mit scheinbar „sozialistischen“ Gedanken, wo wir gerade den Sozialismus zum Teufel gejagt hatten und hast dann verschmitzt in der Ecke gesessen als wir merkten, dass Deine Idee von Gemeinwesenarbeit so ganz und gar nichts mit dem zu tun hatte was wir 1990 mit der ersten demokratischen Wahl in der DDR abgewählt hatten.

Zuhören, Nachfragen, Verstehen wollen und Veränderungen im Kopf anregen, dass waren Deine Stärken und so hast Du den Aufbau der Mobilen Jugendarbeit in Sachsen nicht unwesentlich beeinflusst und letztendlich mit geprägt. Du hast dabei Dein Gegenüber nie außer Acht gelassen, immer mitgenommen auf Deine visionären Reisen.

Lieber Gerhard, wir sind gern mit Dir gefahren, manchmal auch kurvenreiche Strecken, jetzt ist zwar unsere gemeinsame Fahrt zu Ende, die Reise mit Deinen Gedanken und Ideen im Gepäck aber noch langen nicht.

LAK Mobille Jugendarbeit Sachsen e. V.
im Namen aller Mitglieder und Freunde der Mobilen Jugendarbeit in Sachsen

Chemnitz, 3. Juli 2015

Diese Veranstaltung sagen wir hiermit ab. Wir hatten bis gestern zwei/drei Anmel…

Diese Veranstaltung sagen wir hiermit ab.
Wir hatten bis gestern zwei/drei Anmeldungen.
Wir rufen die Praktiker*innen im Arbeitsfeld auf, die Kommentarfunktion unter diesem Post zu nutzen, um uns ein Feedback zugeben – zu wenig Werbung? uninteressantes Thema? Thema mit geringerer Priorität? Falscher Ort? Falsche Personen? Nicht nachvollziehbare Inhalte? … Kritik bringt weiter.

ein voller Tag steht vor uns:10:00 Uhr Vorstandstreffen14:00 Uhr Mitgliederver…

ein voller Tag steht vor uns:
10:00 Uhr Vorstandstreffen
14:00 Uhr Mitgliederversammlung mit einer reichhaltigen Tagesordung
und am Abend gibt es ein Auswertungstreffen zur Werkstatt „Hybride Streetwork“. Die Ergebnisse sind zusammengefasst und werden diese Woche veröffentlicht.
Alle, die heute nicht vor Ort sein werden, seine freundlich gegrüßt, alle anderen werden fröhlich erwartet.
Profile Pictures

Spendenübergabe an Nightlife-Streetwork

Sachgebietsleiter Lutz Wiederanders, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung Dr. Nicolas Tsapos, Projektleiterin Mobile Jugendarbeit Katrin Zschuckelt, Alexander Malios, Vorstandsvorsitzender Leipziger Kinderstiftung

v. l. n. r.: Sachgebietsleiter Lutz Wiederanders, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung Dr. Nicolas Tsapos, Projektleiterin Mobile Jugendarbeit Katrin Zschuckelt, Vorstandsvorsitzender Leipziger Kinderstiftung Alexander Malios (Bildquelle: Straßensozialarbeit Leipzig)

Das Sachgebiet Straßensozialarbeit am Amt für Jugend, Familie und Bildung und der Mobile Jugendarbeit Leipzig e. V. führen seit 2012 gemeinsam das Projekt „Nightlife-Streetwork“ durch. Dabei werden sie vom Leipziger Kinderstiftung e. V. finanziell unterstützt.

Das Projekt wird ein Mal monatlich an Diskothen und bei größeren Partys durchgeführt. Die Leipziger Streetworker_innen informieren über die Risiken von Alkohol- und Drogenkonsum im Partykontext und verteilen so genannte One-Night-Stand-Packs mit Kondomen und Infomaterial zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STI). Mit dem Ansatz universeller Prävention werden jeweils ca. 500 junge Menschen erreicht.

Die öffentliche Spendenübergabe in Anwesenheit des Amtsleiters Dr. Nicolas Tsapos fand in den lokalen Medien Niederschlag:

Leipziger Volkszeitung, 18. März 2015, Seite 18

Jugendsozialarbeit auch in Diskotheken

Der Alkohol- und Drogenkonsum von Jugendlichen ist laut Sächsischem
Drogen- und Suchtbericht 2014 leicht rückgängig. Einen Teil dieses
Erfolgs können sich sicherlich die Straßensozialarbeiter – sogenannte
Streetworker – auf die Fahne schreiben, die Jugendliche aktiv ansprechen
und aufklären.
So auch bei dem Projekt „Nightlife-streetwork“ in Leipzig: Hier werden
junge Partygänger mit dem Slogan „Sprich mit uns“ vor Clubs, Diskotheken
und auf der Kleinmesse für die Gefahren des Nachtlebens sensibilisiert.
Seit fünf Jahren existiert die Kooperation zwischen dem Verein „Mobile
Jugendarbeit Leipzig“ und der Stadt Leipzig, seit drei Jahren gibt es
dabei finanzielle Unterstützung durch die Leipziger Kinderstiftung.
Deren Vorstandsvorsitzender Alexander Malios freute sich gestern, die
jährliche Spende von 2000 Euro übergeben zu können: „Wir wollen
,Nightlifestreetwork‘ langfristig unterstützen, damit die Maßnahmen
nicht nur fortgeführt, sondern auch erweitert werden.“
Mit den 2000 Euro finanzieren die Streetworker Flyer, Verhütungs-Pakete
und anderweitige Ausrüstung. In Viererteams und mit großen „Sprich uns
an“-Taschen um den Hals ziehen sie dann los, um Partygänger in der
Warteschlange anzusprechen. „Nicht alle wollen mit uns reden“, erklärt
Streetworker Willie Wildgrube, „aber insgesamt kommt unser Angebot gut
an. Wir kommen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, sondern
erklären offen die Risiken und worauf die Jugendlichen bei Alkohol,
Drogen und Sex achten sollten.“ ie

Weitere Fundstellen bei