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Selbstverständlich Selbstverwaltet

Das Kulturbüro Sachsen e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Strukturen und Werte gelebter Demokratie zu etablieren und zu stärken. Selbstverwaltete Räume für junge Menschen bieten hier ein enorm hohes Potenzial.

Je nach Kontext und Situation vor Ort spielen erwachsene Sozialarbeiter*innen in solchen Räumlichkeiten entweder keine oder eine begleitende Rolle. Wo die Reise hingeht, bestimmen die jungen Betreiber*innen selbst. Jugendlichen wird so nicht nur die Möglichkeit geboten, konkret über eigene Belange zu bestimmen. Sie lernen auch die schönen wie anstrengenden Seiten des demokratischen Miteinanders kennen.

Wenn Jugendliche bekanntgeben, dass sie einen selbstverwalteten Jugendclub gründen wollen, stehen vielen Erwachsenen die Haare zu Berge und sie fragen, wie fähig und zuverlässig die
jungen Menschen sind. Dann wird angenommen, dass es zu Konflikten um
Lautstärke und Sauberkeit oder mit Anwohner*innen und Ordnungsbehörden
kommen wird. Und oft wird ihnen unterstellt, nur einen Platz zum Rumhängen
zu suchen. Häufig führen diese Befürchtungen dazu, dass das Engagement der Jugendlichen nicht ernst genommen, nicht unterstützt oder gar aktiv behindert wird. Derweil engagieren sich schon heute viele Jugendliche in Räumen, in denen sie selbst das Sagen haben. Um die Bedenken Erwachsener zu minimieren, haben wir uns entschieden, eine Broschüre zum Thema zu erstellen – mit Beispielen gelingender Selbstverwaltung. Die Broschüre möchte einen Überblick geben, eventuell vorhandene Berührungsängste abbauen und einige administrative Aspekte vorstellen. Als Kooperationspartner*innen haben wir mit dem Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V., der Sächsischen Landjugend e.V., dem Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung e.V. (kurz juz-united) und anderen Einrichtungen Expert*innen gewinnen können, die von eigenen Erfahrungen berichten.

Die Broschüre findet ihr hier: Broschüre Selbstverständlich Selbstverwaltet

Neue Gesetzgebung zur Ausgestaltung des Strafverfahrens 2017

Liebe Kolleg*innen,
am 23.08.2017 wurde im Bundesanzeiger das Gesetz zur effektiveren und praxistauglicheren Ausgestaltung des Strafverfahrens veröffentlicht, welches damit in Kraft getreten ist. Inhalt des Gesetzes ist unter anderem eine weitreichende Änderung der Strafprozessordnung. Dies betrifft zum Beispiel den möglichen Einsatz von “Staatstrojanern” zur Onlineuntersuchung ohne Wissen der Betroffenen (§100b) bei einer ganzen Reihe von möglichen Vergehen, dies betrifft unter anderem auch das Asylgesetz, Aufenthaltsgesetz und Betäubungsmittelgesetz. Eine weitere gravierende Änderung unter vielen ist die nun in Kraft getretene Erscheinungspflicht von Zeugen vor Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft – und damit auch vor der Polizei (§163). Die daraus folgenden Auswirkungen sollten wir aufmerksam verfolgen und in die Beratungspraxis einfließen lassen. Außerdem bleibt abzuwarten, inwieweit wir Sozialarbeiter*innen vermehrt zu Zeugenaussagen geladen werden.

Die Veröffentlichung findet sich hier (Seite 2ff.): 
https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl117058.pdf%27%5D__1503656046934

Eine Zusammenfassung der Änderungen findet sich bei Legal Tribune Online:
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/stpo-reform-quellen-tkue-staatstrojaner-verfassungswidrigkeit/

Landluft – Expertise aus dem ländlichen Raum

Zu den aktuellen Problemlagen der Jugendarbeit im ländlichen Raum gehören die Nachwirkungen der Kreisgebietsreformen, die Infrastrukturdebatte und der demografische Wandel. Dies stellt die Kinder- und Jugendarbeit im ländlichen Raum vor die Herausforderung, ein professionelles, flächendeckendes Angebot für Kinder und Jugendliche bereithalten zu müssen und sich dabei den stets ändernden Anforderungen flexibel anzupassen.

Weiterhin gibt es viele Erfahrungen zu Defiziten in der Jugendhilfeplanung und von langjährig angespannten Haushaltslagen in den Kommunen. Die Bedingungen unterscheiden sich damit gravierend von denen in urbaneren Räumen. Zu diesem Fachtag wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf diese Situation richten, Lösungsmöglichkeiten suchen, best practices aufzeigen und neue gemeinsame Wege betreten.

Aktualisierung der Standards auf Bundesebene

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

auf diesem Wege möchten wir gemeinsam an der Aktualisierung der Fachstandards der BAG arbeiten.

Plan ist es dieses Dokument bis zum OBST Streetworktreffen am 15.05.2017 online zu kommentieren. Zum Treffen selbst wird sich ein Workshop diesen Kommentaren annehmen und ggf. einarbeiten bzw. verschiedene Versionen erneut online zur Abstimmung bereitstellen. Diese zweite online Kommentierrunde wird zum BAG Streetworktreffen am 04.09.2017 beendet sein. Auf dieser Tagung wird dann beraten, wie wir zu einem abstimmungsfähigen Ergebnis für die Wintertagung 2018 kommen.

Um an der Online-Kommentierung teilzunehmen folgt bitte diesem Link:

https://docs.google.com/document/d/1HyOjwwJcxoDUG3kInfqrG1nKVI2LGpClUXTStCgjFXo/edit