Kategorie-Archiv: Pressemeldung

Artikel im Leipziger Amtsblatt anlässlich 25 Jahre Streetwork in Leipzig

Ihr Arbeitsort ist die Straße. Hier treffen Streetworker Menschen mit Alkohol- und anderen Drogenproblemen, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Das kann am Hauptbahnhof sein, vor der Kaufhalle, in der Grünanlage oder einfach an der nächsten Straßenecke. Dorothee Zickermann und Eike Bösing sind zwei von ihnen, bilden mit Markus Hörold das Team „Wohnen“ im Projekt Safe beim Suchtzentrum Leipzig. Das Amtsblatt war mit ihnen unterwegs.

Hier den Artikel komplett lesen: abl_s03-1-1

Corax: Neuen Herausforderungen mit bewährten Konzepten begegnen

Simone Stüber und Reiko Fitzke haben im Corax 01/2016 veröffentlicht:

„Back to the roots“
Neuen Herausforderungen mit bewährten Konzepten begegnen
Mobile Jugendarbeit / Streetwork in der Migrationsgesellschaft

Der Artikel steht hier zum Download (PDF: 5,9MB) zur Verfügung.

Stellungnahme des LAK MJA Sachsen e. V. zur den Anforderungen im Bereich Migration und Flucht

Die aktuelle Einwanderungsbewegung und die damit einhergehenden Veränderungen in den Kommunen und Landkreisen beeinflussen zunehmend den Arbeitsalltag der Projekte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork in Sachsen.

Die Gespräche mit den Adressat_innen im Streetwork, während Gruppen- oder Büroöffnungszeiten und in anderen Beratungszusammenhängen bewegen sich thematisch häufig um den Bereich „Flucht, Asyl in Deutschland und Integration von Asylsuchenden“. Durch die Errichtung von Notunterkünften, Aus- und Umbau von Gebäuden zur Nutzung und den Zuzug in Wohnungen durch Asylsuchende wird der Sozialraum beeinflusst. Auf der einen Seite gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung für die Zuflucht suchenden Menschen. Auf der anderen Seite werden soziale Medien und das Gemeinwesen genutzt, um Menschen zu mobilisieren „Widerstand“ zu leisten und Proteste vor den Unterkünften zu organisieren.

Mobile Jugendarbeit/Streetwork muss sich, wie alle Akteure im Sozialraum, mit diesen Themen auseinander setzen.

Dabei können die Fachkräfte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork jederzeit auf die aktuellen Fachstandards1 des LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. zurückgreifen. Diese geben Orientierung in der Arbeit mit Adressat_innen, deren Bedarfe, Ansichten und Meinungen sich durch den Wandel im Sozialraum verändern, aber auch in der Arbeit mit den Geflüchteten, die sich im Sozialraum bewegen. Grundlegende Bedeutung hat dabei das in den Fachstandards formulierte Grundverständnis:

Das im Grundgesetz garantierte Recht auf ein menschenwürdiges Dasein und das dort verankerte Sozialstaatsprinzip bilden die Grundlage für das berufliche Handeln im Tätigkeitsfeld Mobile Jugendarbeit/Streetwork.

Das dem Arbeitsfeld zugrunde liegende Menschenbild basiert auf den ethischen Grundsätzen der menschlichen Würde und der Gleichheit aller Menschen. Ausgehend von der Tatsache, dass die Partizipations­möglichkeiten von jungen Menschen im gesamtgesellschaftlichen Kontext oft begrenzt sind, handeln die im Arbeitsfeld Mobile Jugendarbeit/Streetwork tätigen Fachkräfte im Verständnis einer parteilichen Interessenvertretung für benachteiligte und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgegrenzte sowie sich selbst ausgrenzende junge Menschen2.

Wesentliche Merkmale Mobiler Jugendarbeit/Streetwork sind eine hohe Flexibilität und die Parteilichkeit für die Rechte junger Menschen – egal welcher Herkunft. Offensichtlich deswegen wird in manchen Gemeinden ein verstärkter Einsatz für Zufluchtsuchende, z. T. direkt in den Unterkünften, erwartet oder die Projekte begeben sich selbst in die Rolle, entstandene Versorgungslücken zu füllen. Auch wenn dies kurzfristig nötig und sinnvoll erscheint, ist das als mittel- oder langfristige Lösung abzulehnen. Das Wirkungspotenzial von Mobiler Jugendarbeit/Streetwork kann sich unter den temporär angelegten Bedingungen der Notunterkünfte nicht entfalten.

Das Konzept beinhaltet notwendiger Weise die Handlungsfelder Streetwork, Gemeinwesenarbeit, gruppenbezogene Arbeit und Einzelarbeit. Eine situative Gewichtung dieser Leistungen ist regelmäßig bedarfsgerecht vorzunehmen. Handlungsleitend sind jedoch die Bedarfe im Sozialraum. Primäre Aufgabe ist, im Gemeinwesen präsent zu sein, den Sozialraum zu kennen, Veränderungen wahrzunehmen und adäquat darauf zu reagieren. Hilfreich ist dabei ein Blick auf die Zielgruppe der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork: „junge Menschen in ihren selbstgewählten Gruppenstrukturen unabhängig von ihren Themen und subkulturellen Verankerungen. Dabei konzentriert sich Mobile Jugendarbeit vorrangig auf diejenigen, welche von einrichtungszentrierten Angeboten der Jugend- und Jugendsozialarbeit nicht erreicht werden, diese ablehnen bzw. nicht erreichen können3.“ Der Ansatz der Mobilen Jugendarbeit ist flexibel und hat das Potenzial, Impulse zu setzen, zu agieren und anzustoßen, ohne außerhalb des Handlungsansatzes zu agieren.

Der LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. ist im beständigen Dialog mit den Praktiker_innen und gibt wahrgenommene Herausforderungen sowie Veränderungen an Landespolitik und Verwaltung weiter. Eine wesentliche Funktion des LAK ist, den der Raum für die fachliche Reflexion zu schaffen und im Ergebnis die Entwicklung bedarfsgerechter Weiterbildungsmaßnahmen.

LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V.
November 2015


1) Fachliche Standards Mobile Jugendarbeit/Streetwork – LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. 2013
2) Artikel 1 GG und Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948)
3) Ursache dafür sind infrastrukturelle Defizite. Die Angebote sind zu weit entfernt oder nicht vorhanden.


Download Stellungnahme Zufluchtsuchende (PDF, 50KB)

Freie Presse: Sportangebote sollen Rutsch auf die schiefe Bahn verhindern

Stephan Kämpf hat als Streetworker seine speziellen Methoden, um Jugendlichen aus der Klemme zu helfen. Vor allem beim Fußball baut er Vertrauen zu den jungen Leuten auf, wobei er nicht bei allen Erfolg hat.

Streetworker mit Jugendlichen auf dem Bolzplatz

Streetworker Stephan Kämpf mit Jugendlichen auf dem Bolzplatz an der Bodelschwinghstraße.
Foto: T. Söll

Laura war noch sehr jung, lebte allein in ihrer Wohnung in Schloßchemnitz. Und sie hatte ein ernsthaftes Problem: Laura war drogenabhängig, konsumierte regelmäßig Crystal-Meth. In der Folge konnte sich nicht mehr konzentrieren, war oft hektisch und vergaß Termine, die weiter reichten als der nächste Tag. Oft hatte sie Bauchschmerzen, ging aber nicht zum Arzt. Ihre Wohnung war verwahrlost, die Miete hatte das junge Mädchen schon mehrere Monate nicht bezahlt. Ein kleiner Schuldenberg türmte sich auf. Doch die Drogen blendeten ihre Probleme aus. Erst als der Vermieter mit der Räumung der Wohnung drohte, merkte Laura, dass sie ernsthaft in der Klemme steckte. Letzter Ausweg: Stephan Kämpf, Streetworker.

Der studierte Sozialpädagoge ist einer der Mitarbeiter im Domizil, einem Verein, der sich um die Probleme von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen kümmert, vorrangig in den Gebieten Altchemnitz, Schloßchemnitz und auf dem Kaßberg. Er arbeitet seit vier Jahren als Streetworker, hat einen guten Überblick über die Probleme der jungen Leute. “Laura ist einer der krasseren Fälle gewesen”, sagt er, “aber kein Einzelfall.” Weiterlesen

Unterstützen oder Bestrafen? Welche Drogenpolitik ist zeitgemäß und erfolgreich?

Am 17. September 2014 fand in Dresden eine Podiumsdiskussion zur Drogenpolitik mit Beteiligung unseres Mitgliedes Treberhilfe Dresden e. V. statt. Als Gäste waren geladen:

  • Frank Tempel (MdB), Drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
  • Jens Hoffsommer, Sprecher für Jugend und Soziales der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNE im Stadtrat Dresden
  • Thorsten Deigweiher, Dipl. Sozialpädagoge, Angebotskoordinator für die Mobile Jugendarbeit und Streetworker bei der Treberhilfe Dresden e. V.

Moderiert wurde die Diskussion von René Jalaß (Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE. Sachsen und Sozialarbeiter). Hier gibt es einen Audiomitschnitt Weiterlesen

He-Augenblick-mal.2014

Sachsenweite Aktionswoche vom 10. bis 15. Juni 2014

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. ist Fachverband für die Projekte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork und vertritt die Interessen des Arbeitsfeldes. Die geplante Aktionswoche ist die zweite sachsenweite Initiative aller Projekte Mobiler Jugendarbeit.

In der Woche vom 10. – 15. Juni 2014 führen lokale Projekte eine Aktion ihrer Wahl im öffentlichen Raum durch. Die teilnehmenden jungen Menschen sollen nach ihren Ideen befragt werden. Die Kolleg_innen vor Ort regen eine Ideenfindung an, unterstützen die jungen Menschen in der Vorbereitung und bei der Durchführung.

Das Hauptanliegen dieser Aktionswoche ist das Sichtbar machen einer Jugend im Gemeinwesen für Bürger_innen genauso wie für Politiker_innen und Verwaltung.

Es soll gezeigt werden, dass Jugendliche mehr sind und mehr können, als „saufen, raufen und randalieren“. Zudem ist es Ziel ein Bewusstsein für die Lebensphase Jugend zu schaffen und die jungen Menschen befähigen „ihren“ Platz im öffentlichen Raum einzufordern. Sie machen auf ihre Bedürfnisse, Wünsche und Herausforderungen aufmerksam, um dem Gemeinwesen transparent zu machen, dass Jugend einen Platz braucht, um ein zukunftsfähiges und stabiles Miteinander zu fördern.

Die durchgeführten Aktionen und Veranstaltungen werden durch den LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. dokumentiert und in einer PDF-Broschüre zusammengefasst. Diese wird an die kommunalen Verwaltungen, an die politischen Entscheidungsträger der Landesebene sowie an die Fachöffentlichkeit transportiert.


Seite zur Aktionswoche: http://he-augenblick-mal.de/

DNN: Kältebus der Treberhilfe macht Station im Dresdner Alaunpark

Treberhilfe Dresden mit ihrem Busprojekt JUMBO

Busprojekt JUMBO
Bildquelle: DNN-online/privat

Dresden. Menschliche Wärme gegen Winterkälte. Dieses Motto nahmen sich am Montag die Treberhilfe Dresden und die Facebook-Aktionsgruppe „Ich verschenke meinen Schlafsack an Obdachlose“ zu Herzen. Von 18 bis 23 Uhr öffnete der Kältebus am Alaunpark seine Türen für die Dresdner Obdachlose. Für die Obdachlosen gab es eine warme Mahlzeit und Heißgetränke. „Wir wollen mit unserer Aktion vor allem ein Gesprächsangebot bieten, die Möglichkeiten sich zu unterhalten und Kontakte zu knüpfen“, erzählt Sascha Förster, der sich für die Aktion engagiert.

Die Idee entstand durch die über Jahre gewachsene Zusammenarbeit der Treberhilfe mit der Facebook-Gruppe. Isabell Heller vom Roten Baum gründete 2012 die Gruppe in dem sozialen Netzwerk mit dem Ziel, Schlafsäcke zu sammeln. 380 Mitglieder hat die Gruppe inzwischen.

„Schön wäre es, wenn sich über unsere Aktion Freiwillige finden würden, die einmal im Monat an die Obdachlosen Essen ausgeben oder einfach nur für ein Gespräch da wären“, sagt Sascha Förster. Derzeit gibt es nach Försters Schätzung rund 800 bis 1500 Obdachlosen in Dresden.

Quelle: DNN-online am 11.02.2014, 14:40 Uhr, Fehler im Original, abgerufen am 11. Februar 2013 um 16:17 Uhr

Anmerkung: Wir nehmen den Artikel über das LAK-Mitglied Treberhilfe Dresden gerne zum Anlass, auf die unscharfen Formulierungen von Obdachlosigkeit (also tatsächlich ohne Obdach bzw. in einer Notunterkunft) und Wohnungslosgkeit (prekäre Wohnsituation) hinzuweisen. Der Verein hatte das so nicht formuliert, und zum Glück(!) gibt es keine 800 bis 1500 Obdachlosen in Dresden. Die Definition der BAG Wohnunslosenhilfe differenziert die Themen noch stärker. Ihr könnt sie hier lesen: ETHOS – Europäische Typologie für Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekäre Wohnversorgung (PDF, 83kB)

Chemnitz: Sportangebot von Streetworkern

Domizil. Mit Training gegen Rassismus

Zweimal pro Woche veranstaltet die Mobile Jugendarbeit des Vereins Domizil ein Sportangebot für junge Menschen im Stadtteil Schloßchemnitz.

Freie Presse: Domizil Mit Training gegen RassismusUnter dem Motto “Sport statt Gewalt – für Toleranz und gegen Rassismus” treffen sich mittwochs 10 bis 16-Jährige und freitags 16 bis 27-Jährige junge Menschen, um sich sportlich zu betätigen. Insgesamt nahmen im letzten Jahr etwa 90 Kinder und Jugendliche am Fußballtraining teil. “Bei unserem Fußballtraining darf jeder mitspielen. Ganz gleich welcher Herkunft, welcher Religion, welcher Subkultur, welchem Geschlecht die Jugendlichen angehören oder ob sie vielleicht auch ein Handicap haben”, sagt Sozialarbeiter Stephan Kämpf vom Verein Domizil. “Es freut mich sehr, dass bei uns junge Menschen unter anderem aus Deutschland, Vietnam, Irak, Libyen, Angola, Libanon, den ehemaligen Ostblockstaaten und der Türkei friedlich zusammen spielen.”

Mehrmals im Jahr nehmen die jungen Sportler auch erfolgreich an Freizeitturnieren teil. Unter dem Namen “Domizil United” treten sie in gemischten Teams gegen andere Mannschaften an. Für diese Turniere hat der Domizil e.V. den Jugendlichen kürzlich neue Trikots spendiert. Ein älterer Jugendlicher unterstützt die Mitarbeiter des Domizil e.V. ehrenamtlich beim Training und bei Turnieren.

Mehr Informationen zum sportlichen Angebot gibt es im Internet unter www.domizil-ev.de.

Quelle: Freie Presse vom 25. Januar 2014

Aus dem aktuellen Corax: Profilschärfung „13“

Der LAK MJA hat wieder einen Beitrag im Corax 6/2013, dem Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen. Sascha Rusch aus dem Vorstand und unser Pressesprecher Dieter Wolfer haben zur Reformierung unserer fachlichen Standards für Mobile Jugendarbeit/Streetwork (PDF: 208kB) geschrieben:

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. (LAK MJA) hat seit Ende 2010 einen intensiv geführten Profilschärfungsprozess initiiert. Ausgangspunkt für die Profilschärfung des Arbeitsfeldes Mobile Jugendarbeit/Streetwork waren starke Unsicherheiten und landesweite Kürzungen in Sachsen. Diesen Prozess wollen wir hier darstellen. Wir wollen aber auch verdeutlichen, dass ein Profilschärfungsprozess einmal in Mobiler Jugendarbeit/Streetwork angestoßen, weitergeführt werden muss und somit als ein selbstverständlicher Teil konzeptioneller Qualitätsmerkmale Einzug hält, vor allem wenn Wirkungsdialog und Qualitätsstandards wirkungsvoll und nachhaltig etabliert werden sollen. Der dargestellte Prozess zeigt die Organisations- und Qualitätsentwicklung. Dies ist somit beispielgebend für andere Berufsfelder. [Auszug]

Hier ist der vollständige Artikel (PDF: 4,2MB) mit freundlicher Genehmigung des Corax Magazins. Der Abschlussbericht zum Profilschärfungsprozess (PDF: 5,5MB) ist ebenfalls nachzulesen.