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Spendenübergabe an Nightlife-Streetwork

Sachgebietsleiter Lutz Wiederanders, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung Dr. Nicolas Tsapos, Projektleiterin Mobile Jugendarbeit Katrin Zschuckelt, Alexander Malios, Vorstandsvorsitzender Leipziger Kinderstiftung

v. l. n. r.: Sachgebietsleiter Lutz Wiederanders, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung Dr. Nicolas Tsapos, Projektleiterin Mobile Jugendarbeit Katrin Zschuckelt, Vorstandsvorsitzender Leipziger Kinderstiftung Alexander Malios (Bildquelle: Straßensozialarbeit Leipzig)

Das Sachgebiet Straßensozialarbeit am Amt für Jugend, Familie und Bildung und der Mobile Jugendarbeit Leipzig e. V. führen seit 2012 gemeinsam das Projekt „Nightlife-Streetwork“ durch. Dabei werden sie vom Leipziger Kinderstiftung e. V. finanziell unterstützt.

Das Projekt wird ein Mal monatlich an Diskothen und bei größeren Partys durchgeführt. Die Leipziger Streetworker_innen informieren über die Risiken von Alkohol- und Drogenkonsum im Partykontext und verteilen so genannte One-Night-Stand-Packs mit Kondomen und Infomaterial zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STI). Mit dem Ansatz universeller Prävention werden jeweils ca. 500 junge Menschen erreicht.

Die öffentliche Spendenübergabe in Anwesenheit des Amtsleiters Dr. Nicolas Tsapos fand in den lokalen Medien Niederschlag:

Leipziger Volkszeitung, 18. März 2015, Seite 18

Jugendsozialarbeit auch in Diskotheken

Der Alkohol- und Drogenkonsum von Jugendlichen ist laut Sächsischem
Drogen- und Suchtbericht 2014 leicht rückgängig. Einen Teil dieses
Erfolgs können sich sicherlich die Straßensozialarbeiter – sogenannte
Streetworker – auf die Fahne schreiben, die Jugendliche aktiv ansprechen
und aufklären.
So auch bei dem Projekt „Nightlife-streetwork“ in Leipzig: Hier werden
junge Partygänger mit dem Slogan „Sprich mit uns“ vor Clubs, Diskotheken
und auf der Kleinmesse für die Gefahren des Nachtlebens sensibilisiert.
Seit fünf Jahren existiert die Kooperation zwischen dem Verein „Mobile
Jugendarbeit Leipzig“ und der Stadt Leipzig, seit drei Jahren gibt es
dabei finanzielle Unterstützung durch die Leipziger Kinderstiftung.
Deren Vorstandsvorsitzender Alexander Malios freute sich gestern, die
jährliche Spende von 2000 Euro übergeben zu können: „Wir wollen
,Nightlifestreetwork‘ langfristig unterstützen, damit die Maßnahmen
nicht nur fortgeführt, sondern auch erweitert werden.“
Mit den 2000 Euro finanzieren die Streetworker Flyer, Verhütungs-Pakete
und anderweitige Ausrüstung. In Viererteams und mit großen „Sprich uns
an“-Taschen um den Hals ziehen sie dann los, um Partygänger in der
Warteschlange anzusprechen. „Nicht alle wollen mit uns reden“, erklärt
Streetworker Willie Wildgrube, „aber insgesamt kommt unser Angebot gut
an. Wir kommen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, sondern
erklären offen die Risiken und worauf die Jugendlichen bei Alkohol,
Drogen und Sex achten sollten.“ ie

Weitere Fundstellen bei

Unterstützen oder Bestrafen? Welche Drogenpolitik ist zeitgemäß und erfolgreich?

Am 17. September 2014 fand in Dresden eine Podiumsdiskussion zur Drogenpolitik mit Beteiligung unseres Mitgliedes Treberhilfe Dresden e. V. statt. Als Gäste waren geladen:

  • Frank Tempel (MdB), Drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
  • Jens Hoffsommer, Sprecher für Jugend und Soziales der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNE im Stadtrat Dresden
  • Thorsten Deigweiher, Dipl. Sozialpädagoge, Angebotskoordinator für die Mobile Jugendarbeit und Streetworker bei der Treberhilfe Dresden e. V.

Moderiert wurde die Diskussion von René Jalaß (Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE. Sachsen und Sozialarbeiter). Hier gibt es einen Audiomitschnitt Weiterlesen

Wenn die Arbeit auf der Straße lebt

Leipzigs Streetworker versuchen, Jugendliche im freien Fall aufzufangen

Sie verstehen sich als eine Art soziale Ingenieure, bauen Brücken zu jungen Menschen, die nicht mehr so einfach zu erreichen sind: Straßensozialarbeiter oder Streetworker. In Leipzig tragen etwa 35 Frauen und Männer dazu bei, dass der soziale Frieden erhalten bleibt. Zehn Kollegen kümmern sich im Auftrag der Stadt um ihre Klientel: Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren, in deren Lebensläufen Straßen- und Drogenkarrieren, Delinquenz, Gewalt und Vernachlässigung stehen.

Straßensozialarbeit Leipzig in Leipziger Volkszeitung, 28./29. Dezember 2013, Seite 17

Streetwork in der Eisenbahnstraße: Sozialarbeiterin Heike Strobel (links) sieht Praktikant Dennis Dignat (Mitte) zu, der Klamotten mit Besucherin Sabine aussucht.
Foto: Andreas Döring

Es dauert, bis Sara H.* auftaut. „Ich bin seit Ostern 2010 in der Stadt“, beginnt die 21-Jährige vorsichtig, „davor habe ich in Dresden und Nürnberg gelebt.“ Zum Teil auf der Straße. Heute wohnt Sara mit ihrem Freund zusammen, holt ihre Mittlere Reife nach und nimmt keine Drogen. Stigmatisiert wird sie trotzdem. „Weil ich gepierct bin und Zotteln habe.“ Die junge Frau deutet auf ihre Filzlocken. Damit sticht sie auch aus dem Publikum um sie herum heraus.

Eine Handvoll Klienten sitzt in der Kontakt- und Beratungsstelle Eisenbahnstraße, Hausnummer 11, auf der Couch, wäscht Wäsche oder durchkämmt das Regal, in dem sich Kleiderspenden stapeln. „Es ist eine Anlaufstelle für jeden“, kommentiert Weiterlesen