Schlagwort-Archiv: Jugendarbeit

Positionspapier „Mobile Jugendarbeit (MJA) im ländlichen Raum“

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. hat in Kooperation mit sächsischen Fachkräften der Jugendhilfe das Positionspapier „Mobile Jugendarbeit (MJA) im ländlichen Raum“ erarbeitet. Das Positionspapier benennt ergänzend zu den fachlichen Standards des LAK und der Orientierungshilfe des Freistaates Feststellungen und Forderungen, die sich aus den fachlich reflektierten Erfahrungen der Mobilen Jugendarbeiter_innen in Sachsens ländlichen Regionen ergeben.

Mit diesem Positionspapier werden folgende Zielstellungen verfolgt:

  1. Beschreibung von Grundlagen und Rahmenbedingungen, welche Mobile Jugendarbeit im ländlichen Raum vorfindet
  2. Formulierung von Aufgaben und inhaltlichen Schwerpunkten, die sich daraus für die Mobile Jugendarbeit ergeben
  3. Aufstellen konkreter Forderungen an politische Entscheidungsträger_innen und Fachbehörden

Bei Entscheidungsträger_innen und Behörden soll das Verständnis dafür vertieft werden, welche Ressourcen aktiviert werden sollten und wie sie zu einer gelingenden Mobilen Jugendarbeit beitragen können.

Download Positionspapier „Mobile Jugendarbeit (MJA) im ländlichen Raum“ (PDF, 58kB)

Corax: Neuen Herausforderungen mit bewährten Konzepten begegnen

Simone Stüber und Reiko Fitzke haben im Corax 01/2016 veröffentlicht:

„Back to the roots“
Neuen Herausforderungen mit bewährten Konzepten begegnen
Mobile Jugendarbeit / Streetwork in der Migrationsgesellschaft

Der Artikel steht hier zum Download (PDF: 5,9MB) zur Verfügung.

Freie Presse: Sportangebote sollen Rutsch auf die schiefe Bahn verhindern

Stephan Kämpf hat als Streetworker seine speziellen Methoden, um Jugendlichen aus der Klemme zu helfen. Vor allem beim Fußball baut er Vertrauen zu den jungen Leuten auf, wobei er nicht bei allen Erfolg hat.

Streetworker mit Jugendlichen auf dem Bolzplatz

Streetworker Stephan Kämpf mit Jugendlichen auf dem Bolzplatz an der Bodelschwinghstraße.
Foto: T. Söll

Laura war noch sehr jung, lebte allein in ihrer Wohnung in Schloßchemnitz. Und sie hatte ein ernsthaftes Problem: Laura war drogenabhängig, konsumierte regelmäßig Crystal-Meth. In der Folge konnte sich nicht mehr konzentrieren, war oft hektisch und vergaß Termine, die weiter reichten als der nächste Tag. Oft hatte sie Bauchschmerzen, ging aber nicht zum Arzt. Ihre Wohnung war verwahrlost, die Miete hatte das junge Mädchen schon mehrere Monate nicht bezahlt. Ein kleiner Schuldenberg türmte sich auf. Doch die Drogen blendeten ihre Probleme aus. Erst als der Vermieter mit der Räumung der Wohnung drohte, merkte Laura, dass sie ernsthaft in der Klemme steckte. Letzter Ausweg: Stephan Kämpf, Streetworker.

Der studierte Sozialpädagoge ist einer der Mitarbeiter im Domizil, einem Verein, der sich um die Probleme von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen kümmert, vorrangig in den Gebieten Altchemnitz, Schloßchemnitz und auf dem Kaßberg. Er arbeitet seit vier Jahren als Streetworker, hat einen guten Überblick über die Probleme der jungen Leute. “Laura ist einer der krasseren Fälle gewesen”, sagt er, “aber kein Einzelfall.” Weiterlesen

Chemnitz: Sportangebot von Streetworkern

Domizil. Mit Training gegen Rassismus

Zweimal pro Woche veranstaltet die Mobile Jugendarbeit des Vereins Domizil ein Sportangebot für junge Menschen im Stadtteil Schloßchemnitz.

Freie Presse: Domizil Mit Training gegen RassismusUnter dem Motto “Sport statt Gewalt – für Toleranz und gegen Rassismus” treffen sich mittwochs 10 bis 16-Jährige und freitags 16 bis 27-Jährige junge Menschen, um sich sportlich zu betätigen. Insgesamt nahmen im letzten Jahr etwa 90 Kinder und Jugendliche am Fußballtraining teil. “Bei unserem Fußballtraining darf jeder mitspielen. Ganz gleich welcher Herkunft, welcher Religion, welcher Subkultur, welchem Geschlecht die Jugendlichen angehören oder ob sie vielleicht auch ein Handicap haben”, sagt Sozialarbeiter Stephan Kämpf vom Verein Domizil. “Es freut mich sehr, dass bei uns junge Menschen unter anderem aus Deutschland, Vietnam, Irak, Libyen, Angola, Libanon, den ehemaligen Ostblockstaaten und der Türkei friedlich zusammen spielen.”

Mehrmals im Jahr nehmen die jungen Sportler auch erfolgreich an Freizeitturnieren teil. Unter dem Namen “Domizil United” treten sie in gemischten Teams gegen andere Mannschaften an. Für diese Turniere hat der Domizil e.V. den Jugendlichen kürzlich neue Trikots spendiert. Ein älterer Jugendlicher unterstützt die Mitarbeiter des Domizil e.V. ehrenamtlich beim Training und bei Turnieren.

Mehr Informationen zum sportlichen Angebot gibt es im Internet unter www.domizil-ev.de.

Quelle: Freie Presse vom 25. Januar 2014

Jugendhilfetag Landkreis Zwickau: Kritik an Sozial-Sparkurs

Jugendhilfetag Zwickau 2013Am 13. November 2013 fand der Jugendhilfetag des Landkreises Zwickau zum Thema „Prävention versus Intervention“ statt, auf welchem unser Bildungsreferent Tom Küchler als Podiumsgast vertreten war. Die Freie Presse schrieb im Nachgang:

»Scharfe Worte und Applaus von vielen der etwa 150 Gäste des Jugendhilfetages gab es während des Expertengesprächs für Kritik am Sparkurs in der Sozialarbeit. Tom Küchler vom Landesarbeitskreis „Mobile Sozialarbeit“ [richtig: Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. – d. A.] kritisierte in der Lindenschule in Crimmitschau den Abbau der sogenannten freiwilligen Leistungen. „Das System ist momentan total kaputt“, sagte Küchler.« (Quelle: Freie Presse: “Kritik an Sozial-Sparkurs” abgerufen am 19.11.2013)

Weiterhin nahm Tom Küchler eine kritische Perspektive zum Präventionskonzept in der Jugendarbeit ein: Prävention ist keine Jugendarbeit! Wenn Jugendarbeit unreflektiert den Präventionsgedanken übernimmt, wird sie zum „Knecht staatlicher und kommunaler Jugendkontrolle“. (vgl. Benedikt Sturzenhecker in Sozialmagazin Heft 1/2000)

Der Deutsche Bundesjugendring fordert: Rechtsanspruch auf Jugendarbeit verwirklichen!

Der Deutsche Bundesjugendring hat auf seiner Vollversammlung am 28. Oktober 2013 einstimmig die Umsetzung des Rechtsanspruchs aus dem § 11 Jugendhilfe des SGB VIII (KJHG) gefordert:

Position Rrechtsanspruch § 11 SGBVIIIEs besteht ein Rechtsanspruch auf Jugendarbeit dem Grunde nach. Das stellt eine Expertise von Professor Dr. Reinhard Wiesner und Professor Dr. Christian Bernzen fest. Der Deutsche Bundesjugendring fordert nun die Umsetzung der Rechtsansprüche aus dem Achten Sozialgesetzbuch.

Zugleich kritisiert der DBJR, dass Kürzungen bei Angeboten der Jugendarbeit und der Jugendverbände oft mit einer prekären Haushaltslage begründet werden. „Der Staat wird hier seiner gesetzlich verbrieften Verantwortung nicht mehr gerecht. Nicht die Haushaltslage, sondern Bedarfe müssen Grundlage der Förderung sein“ Weiterlesen

Link

Der Abschlussbericht FaMJA steht als Volltext zum Download bereit: Abschlussbericht zum Praxisforschungsprojekt “FaMJA – Das System Familie in der Mobilen Jugendarbeit” (PDF, 944kB).

Abschlussbericht zum Praxisforschungsprojekt FaMJA – Das System Familie in der Mobilen JugendarbeitAuszug: Mobile Jugendarbeit (MJA) hat sich nach ihrem Selbstverständnis immer am Bedarf orientiert. Der Bedarf unterliegt, wie alle gesellschaftlichen Phänomene, einer Veränderung. Über viele Jahre hinweg gehörte es zu den Grundsätzen der MJA, dass sie sich parteiisch für junge Menschen einsetzt, die aus verschiedenen Gründen von den klassischen Einrichtungen der Jugendarbeit nicht erreicht werden. Diese Jugendlichen werden zu Adressat_innen Mobiler Jugendarbeit. Die Leitidee Parteilichkeit für die jugendlichen Adressat_innen soll ihre Position stärken und sie fit machen, mit den Erwartungen und Handlungszwängen sowohl der Herkunftsfamilie als auch der Gesellschaft besser umzugehen. Die Parteilichkeit verleiht den Adressat_innen eine Stimme, die für sie eintritt, ohne zu bevormunden oder erziehen zu wollen. Freiwillig suchen die Adressat_innen zu einer Fachkraft der MJA Kontakt, damit sie sich in der Gesellschaft entfalten können. […]

Die Kurzversion (PDF, 408kB) der Handlungsempfehlungen findet ihr hier: Broschüre Handlungsemfehlungen FaMJA.

Quelle: Leipziger Volkszeitung/Muldentalzeitung, Montag, 19. August 2013 · Seite 25

Jugendklub bleibt die Jugend weg

Leiterin des Freizeittreffs Bennewitz plädiert für neue Konzepte

Bennewitz. Eigentlich hatte der Jugend- und Freizeittreff Bennewitz im Rahmen der Sommerferienspiele vergangene Woche eingeladen, mit Farbe und Pinsel lohnende Motive in Bennewitz und seinen Ortsteilen im Bild festzuhalten. Doch die kleinen Künstler suchte man vergeblich. Jugendhausleiterin Mandy Rönckendorf musste die Veranstaltung mangels Beteiligung abblasen. Kein Einzelfall. Allerdings: “So krass war es noch nie.”

Der erst vor elf Jahren gebaute Treff in der Leipziger Straße, gedacht als Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche zwischen neun und 24, ist noch immer top, außen wie innen, und doch kommen immer weniger aus der angepeilten Zielgruppe hierher. “Als wir 2002 anfingen, Weiterlesen