Schlagwort-Archiv: Mobile Jugendarbeit

Positionspapier „Mobile Jugendarbeit (MJA) im ländlichen Raum“

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. hat in Kooperation mit sächsischen Fachkräften der Jugendhilfe das Positionspapier „Mobile Jugendarbeit (MJA) im ländlichen Raum“ erarbeitet. Das Positionspapier benennt ergänzend zu den fachlichen Standards des LAK und der Orientierungshilfe des Freistaates Feststellungen und Forderungen, die sich aus den fachlich reflektierten Erfahrungen der Mobilen Jugendarbeiter_innen in Sachsens ländlichen Regionen ergeben.

Mit diesem Positionspapier werden folgende Zielstellungen verfolgt:

  1. Beschreibung von Grundlagen und Rahmenbedingungen, welche Mobile Jugendarbeit im ländlichen Raum vorfindet
  2. Formulierung von Aufgaben und inhaltlichen Schwerpunkten, die sich daraus für die Mobile Jugendarbeit ergeben
  3. Aufstellen konkreter Forderungen an politische Entscheidungsträger_innen und Fachbehörden

Bei Entscheidungsträger_innen und Behörden soll das Verständnis dafür vertieft werden, welche Ressourcen aktiviert werden sollten und wie sie zu einer gelingenden Mobilen Jugendarbeit beitragen können.

Download Positionspapier „Mobile Jugendarbeit (MJA) im ländlichen Raum“ (PDF, 58kB)

Stellungnahme des LAK MJA Sachsen e. V. zur den Anforderungen im Bereich Migration und Flucht

Die aktuelle Einwanderungsbewegung und die damit einhergehenden Veränderungen in den Kommunen und Landkreisen beeinflussen zunehmend den Arbeitsalltag der Projekte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork in Sachsen.

Die Gespräche mit den Adressat_innen im Streetwork, während Gruppen- oder Büroöffnungszeiten und in anderen Beratungszusammenhängen bewegen sich thematisch häufig um den Bereich „Flucht, Asyl in Deutschland und Integration von Asylsuchenden“. Durch die Errichtung von Notunterkünften, Aus- und Umbau von Gebäuden zur Nutzung und den Zuzug in Wohnungen durch Asylsuchende wird der Sozialraum beeinflusst. Auf der einen Seite gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung für die Zuflucht suchenden Menschen. Auf der anderen Seite werden soziale Medien und das Gemeinwesen genutzt, um Menschen zu mobilisieren „Widerstand“ zu leisten und Proteste vor den Unterkünften zu organisieren.

Mobile Jugendarbeit/Streetwork muss sich, wie alle Akteure im Sozialraum, mit diesen Themen auseinander setzen.

Dabei können die Fachkräfte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork jederzeit auf die aktuellen Fachstandards1 des LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. zurückgreifen. Diese geben Orientierung in der Arbeit mit Adressat_innen, deren Bedarfe, Ansichten und Meinungen sich durch den Wandel im Sozialraum verändern, aber auch in der Arbeit mit den Geflüchteten, die sich im Sozialraum bewegen. Grundlegende Bedeutung hat dabei das in den Fachstandards formulierte Grundverständnis:

Das im Grundgesetz garantierte Recht auf ein menschenwürdiges Dasein und das dort verankerte Sozialstaatsprinzip bilden die Grundlage für das berufliche Handeln im Tätigkeitsfeld Mobile Jugendarbeit/Streetwork.

Das dem Arbeitsfeld zugrunde liegende Menschenbild basiert auf den ethischen Grundsätzen der menschlichen Würde und der Gleichheit aller Menschen. Ausgehend von der Tatsache, dass die Partizipations­möglichkeiten von jungen Menschen im gesamtgesellschaftlichen Kontext oft begrenzt sind, handeln die im Arbeitsfeld Mobile Jugendarbeit/Streetwork tätigen Fachkräfte im Verständnis einer parteilichen Interessenvertretung für benachteiligte und von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgegrenzte sowie sich selbst ausgrenzende junge Menschen2.

Wesentliche Merkmale Mobiler Jugendarbeit/Streetwork sind eine hohe Flexibilität und die Parteilichkeit für die Rechte junger Menschen – egal welcher Herkunft. Offensichtlich deswegen wird in manchen Gemeinden ein verstärkter Einsatz für Zufluchtsuchende, z. T. direkt in den Unterkünften, erwartet oder die Projekte begeben sich selbst in die Rolle, entstandene Versorgungslücken zu füllen. Auch wenn dies kurzfristig nötig und sinnvoll erscheint, ist das als mittel- oder langfristige Lösung abzulehnen. Das Wirkungspotenzial von Mobiler Jugendarbeit/Streetwork kann sich unter den temporär angelegten Bedingungen der Notunterkünfte nicht entfalten.

Das Konzept beinhaltet notwendiger Weise die Handlungsfelder Streetwork, Gemeinwesenarbeit, gruppenbezogene Arbeit und Einzelarbeit. Eine situative Gewichtung dieser Leistungen ist regelmäßig bedarfsgerecht vorzunehmen. Handlungsleitend sind jedoch die Bedarfe im Sozialraum. Primäre Aufgabe ist, im Gemeinwesen präsent zu sein, den Sozialraum zu kennen, Veränderungen wahrzunehmen und adäquat darauf zu reagieren. Hilfreich ist dabei ein Blick auf die Zielgruppe der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork: „junge Menschen in ihren selbstgewählten Gruppenstrukturen unabhängig von ihren Themen und subkulturellen Verankerungen. Dabei konzentriert sich Mobile Jugendarbeit vorrangig auf diejenigen, welche von einrichtungszentrierten Angeboten der Jugend- und Jugendsozialarbeit nicht erreicht werden, diese ablehnen bzw. nicht erreichen können3.“ Der Ansatz der Mobilen Jugendarbeit ist flexibel und hat das Potenzial, Impulse zu setzen, zu agieren und anzustoßen, ohne außerhalb des Handlungsansatzes zu agieren.

Der LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. ist im beständigen Dialog mit den Praktiker_innen und gibt wahrgenommene Herausforderungen sowie Veränderungen an Landespolitik und Verwaltung weiter. Eine wesentliche Funktion des LAK ist, den der Raum für die fachliche Reflexion zu schaffen und im Ergebnis die Entwicklung bedarfsgerechter Weiterbildungsmaßnahmen.

LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V.
November 2015


1) Fachliche Standards Mobile Jugendarbeit/Streetwork – LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. 2013
2) Artikel 1 GG und Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948)
3) Ursache dafür sind infrastrukturelle Defizite. Die Angebote sind zu weit entfernt oder nicht vorhanden.


Download Stellungnahme Zufluchtsuchende (PDF, 50KB)

Spendenübergabe an Nightlife-Streetwork

Sachgebietsleiter Lutz Wiederanders, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung Dr. Nicolas Tsapos, Projektleiterin Mobile Jugendarbeit Katrin Zschuckelt, Alexander Malios, Vorstandsvorsitzender Leipziger Kinderstiftung

v. l. n. r.: Sachgebietsleiter Lutz Wiederanders, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Bildung Dr. Nicolas Tsapos, Projektleiterin Mobile Jugendarbeit Katrin Zschuckelt, Vorstandsvorsitzender Leipziger Kinderstiftung Alexander Malios (Bildquelle: Straßensozialarbeit Leipzig)

Das Sachgebiet Straßensozialarbeit am Amt für Jugend, Familie und Bildung und der Mobile Jugendarbeit Leipzig e. V. führen seit 2012 gemeinsam das Projekt “Nightlife-Streetwork” durch. Dabei werden sie vom Leipziger Kinderstiftung e. V. finanziell unterstützt.

Das Projekt wird ein Mal monatlich an Diskothen und bei größeren Partys durchgeführt. Die Leipziger Streetworker_innen informieren über die Risiken von Alkohol- und Drogenkonsum im Partykontext und verteilen so genannte One-Night-Stand-Packs mit Kondomen und Infomaterial zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STI). Mit dem Ansatz universeller Prävention werden jeweils ca. 500 junge Menschen erreicht.

Die öffentliche Spendenübergabe in Anwesenheit des Amtsleiters Dr. Nicolas Tsapos fand in den lokalen Medien Niederschlag:

Leipziger Volkszeitung, 18. März 2015, Seite 18

Jugendsozialarbeit auch in Diskotheken

Der Alkohol- und Drogenkonsum von Jugendlichen ist laut Sächsischem
Drogen- und Suchtbericht 2014 leicht rückgängig. Einen Teil dieses
Erfolgs können sich sicherlich die Straßensozialarbeiter – sogenannte
Streetworker – auf die Fahne schreiben, die Jugendliche aktiv ansprechen
und aufklären.
So auch bei dem Projekt “Nightlife-streetwork” in Leipzig: Hier werden
junge Partygänger mit dem Slogan “Sprich mit uns” vor Clubs, Diskotheken
und auf der Kleinmesse für die Gefahren des Nachtlebens sensibilisiert.
Seit fünf Jahren existiert die Kooperation zwischen dem Verein “Mobile
Jugendarbeit Leipzig” und der Stadt Leipzig, seit drei Jahren gibt es
dabei finanzielle Unterstützung durch die Leipziger Kinderstiftung.
Deren Vorstandsvorsitzender Alexander Malios freute sich gestern, die
jährliche Spende von 2000 Euro übergeben zu können: “Wir wollen
,Nightlifestreetwork’ langfristig unterstützen, damit die Maßnahmen
nicht nur fortgeführt, sondern auch erweitert werden.”
Mit den 2000 Euro finanzieren die Streetworker Flyer, Verhütungs-Pakete
und anderweitige Ausrüstung. In Viererteams und mit großen “Sprich uns
an”-Taschen um den Hals ziehen sie dann los, um Partygänger in der
Warteschlange anzusprechen. “Nicht alle wollen mit uns reden”, erklärt
Streetworker Willie Wildgrube, “aber insgesamt kommt unser Angebot gut
an. Wir kommen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, sondern
erklären offen die Risiken und worauf die Jugendlichen bei Alkohol,
Drogen und Sex achten sollten.” ie

Weitere Fundstellen bei

He-Augenblick-mal.2014

Sachsenweite Aktionswoche vom 10. bis 15. Juni 2014

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. ist Fachverband für die Projekte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork und vertritt die Interessen des Arbeitsfeldes. Die geplante Aktionswoche ist die zweite sachsenweite Initiative aller Projekte Mobiler Jugendarbeit.

In der Woche vom 10. – 15. Juni 2014 führen lokale Projekte eine Aktion ihrer Wahl im öffentlichen Raum durch. Die teilnehmenden jungen Menschen sollen nach ihren Ideen befragt werden. Die Kolleg_innen vor Ort regen eine Ideenfindung an, unterstützen die jungen Menschen in der Vorbereitung und bei der Durchführung.

Das Hauptanliegen dieser Aktionswoche ist das Sichtbar machen einer Jugend im Gemeinwesen für Bürger_innen genauso wie für Politiker_innen und Verwaltung.

Es soll gezeigt werden, dass Jugendliche mehr sind und mehr können, als „saufen, raufen und randalieren“. Zudem ist es Ziel ein Bewusstsein für die Lebensphase Jugend zu schaffen und die jungen Menschen befähigen „ihren“ Platz im öffentlichen Raum einzufordern. Sie machen auf ihre Bedürfnisse, Wünsche und Herausforderungen aufmerksam, um dem Gemeinwesen transparent zu machen, dass Jugend einen Platz braucht, um ein zukunftsfähiges und stabiles Miteinander zu fördern.

Die durchgeführten Aktionen und Veranstaltungen werden durch den LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. dokumentiert und in einer PDF-Broschüre zusammengefasst. Diese wird an die kommunalen Verwaltungen, an die politischen Entscheidungsträger der Landesebene sowie an die Fachöffentlichkeit transportiert.


Seite zur Aktionswoche: http://he-augenblick-mal.de/

Aus dem aktuellen Corax: Profilschärfung „13“

Der LAK MJA hat wieder einen Beitrag im Corax 6/2013, dem Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen. Sascha Rusch aus dem Vorstand und unser Pressesprecher Dieter Wolfer haben zur Reformierung unserer fachlichen Standards für Mobile Jugendarbeit/Streetwork (PDF: 208kB) geschrieben:

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. (LAK MJA) hat seit Ende 2010 einen intensiv geführten Profilschärfungsprozess initiiert. Ausgangspunkt für die Profilschärfung des Arbeitsfeldes Mobile Jugendarbeit/Streetwork waren starke Unsicherheiten und landesweite Kürzungen in Sachsen. Diesen Prozess wollen wir hier darstellen. Wir wollen aber auch verdeutlichen, dass ein Profilschärfungsprozess einmal in Mobiler Jugendarbeit/Streetwork angestoßen, weitergeführt werden muss und somit als ein selbstverständlicher Teil konzeptioneller Qualitätsmerkmale Einzug hält, vor allem wenn Wirkungsdialog und Qualitätsstandards wirkungsvoll und nachhaltig etabliert werden sollen. Der dargestellte Prozess zeigt die Organisations- und Qualitätsentwicklung. Dies ist somit beispielgebend für andere Berufsfelder. [Auszug]

Hier ist der vollständige Artikel (PDF: 4,2MB) mit freundlicher Genehmigung des Corax Magazins. Der Abschlussbericht zum Profilschärfungsprozess (PDF: 5,5MB) ist ebenfalls nachzulesen.

Wenn die Arbeit auf der Straße lebt

Leipzigs Streetworker versuchen, Jugendliche im freien Fall aufzufangen

Sie verstehen sich als eine Art soziale Ingenieure, bauen Brücken zu jungen Menschen, die nicht mehr so einfach zu erreichen sind: Straßensozialarbeiter oder Streetworker. In Leipzig tragen etwa 35 Frauen und Männer dazu bei, dass der soziale Frieden erhalten bleibt. Zehn Kollegen kümmern sich im Auftrag der Stadt um ihre Klientel: Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren, in deren Lebensläufen Straßen- und Drogenkarrieren, Delinquenz, Gewalt und Vernachlässigung stehen.

Straßensozialarbeit Leipzig in Leipziger Volkszeitung, 28./29. Dezember 2013, Seite 17

Streetwork in der Eisenbahnstraße: Sozialarbeiterin Heike Strobel (links) sieht Praktikant Dennis Dignat (Mitte) zu, der Klamotten mit Besucherin Sabine aussucht.
Foto: Andreas Döring

Es dauert, bis Sara H.* auftaut. “Ich bin seit Ostern 2010 in der Stadt”, beginnt die 21-Jährige vorsichtig, “davor habe ich in Dresden und Nürnberg gelebt.” Zum Teil auf der Straße. Heute wohnt Sara mit ihrem Freund zusammen, holt ihre Mittlere Reife nach und nimmt keine Drogen. Stigmatisiert wird sie trotzdem. “Weil ich gepierct bin und Zotteln habe.” Die junge Frau deutet auf ihre Filzlocken. Damit sticht sie auch aus dem Publikum um sie herum heraus.

Eine Handvoll Klienten sitzt in der Kontakt- und Beratungsstelle Eisenbahnstraße, Hausnummer 11, auf der Couch, wäscht Wäsche oder durchkämmt das Regal, in dem sich Kleiderspenden stapeln. “Es ist eine Anlaufstelle für jeden”, kommentiert Weiterlesen

Dokumentation des sächsischen Streetworktreffens 2013 ist online

Doku SWT 2013Vom 10. bis 12. September trafen sich die Projekte – und vor allem die Menschen! – der Mobilen Jugendarbeit / Streetwork im Gut Frohberg: entstanden sind viele interessante Gespräche, Ideen, Workshops und 59 Seiten Dokumentation.

Dokumentation Profilschärfungsprozess ist komplett verfügbar

Dokumentation Profilschärfungsprozess LAK MJA Sachsen mit AnhangDas Resultat des Profilschärfungsprozesses im LAK MJA Sachsen liegt als komplette Datei (PDF: 5,5MB) vor. Wir wünschen Erkenntnisgewinn beim Lesen!

Teaser: »Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. hat seit Ende 2010 einen intensiv geführten Profilschärfungsprozess initiiert. Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem Profil des Arbeitsfeldes war die starke Unsicherheit bzgl. der Finanzierung der landesweiten Träger der Jugendhilfe in Sachsen und die drastische Kürzung der Jugendpauschale, die direkte negative Auswirkung auf die Förderung der Projekte vor Ort hatte. Dieser Prozess wurde Profilschärfung benannt, da das Arbeitsfeld…«

(Ein Anzeigeprogramm gibt es z. B. bei Adobe Systems GmbH.)

Sachbericht Profilschärfungsprozess ist online

Sachbericht Profilschärfungsprozess LAK MJA SachsenDie Kurzversion der Dokumentation des Profilschärfungsprozesses im LAK MJA Sachsen (PDF, 579KB) ist online. Die Komplettversion mit allen Anhängen macht uns noch technische Schwierigkeiten hinsichtlich der Dateigröße (>60MB) – aber wir schaffen das. ;)