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Abschied von Gerhard Fuchslocher

Lieber Gerhard,

Gerhard_Fuchslocherdu hast nicht an Wunder geglaubt, eher, nein nicht eher, sondern ausschließlich an die Selbstbestimmtheit des Individiums. Doch dieses eine mal hätten wir gern an ein Wunder geglaubt. Nun, auch jetzt hast Du recht, es gibt keine Wunder. Obwohl, recht haben wolltest du auch nie. Du wolltest überzeugen, die Menschen mitnehmen, sie mit ihren eigenen Argumenten provozieren. Nicht immer auf Kompromisse aus aber immer auf das Verstehen Deines Gegenübers.

„Verstehen kann man vieles jedoch aktzeptieren muss man es noch lange nicht.“ Vielleicht war das einer Deiner Gedanken nach denen Du Dein Leben ausgerichtet hast. Auf alle Fälle war es eine Deiner Maxime, die Du uns im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit immer wieder versucht hast, zu vermitteln. Das war nicht immer bequem, mitunter sogar unbequem und machmal auch gegen den sozialpädagogischen Mainstream. Du hast uns nicht nur einmal provoziert, genervt mit scheinbar „sozialistischen“ Gedanken, wo wir gerade den Sozialismus zum Teufel gejagt hatten und hast dann verschmitzt in der Ecke gesessen als wir merkten, dass Deine Idee von Gemeinwesenarbeit so ganz und gar nichts mit dem zu tun hatte was wir 1990 mit der ersten demokratischen Wahl in der DDR abgewählt hatten.

Zuhören, Nachfragen, Verstehen wollen und Veränderungen im Kopf anregen, dass waren Deine Stärken und so hast Du den Aufbau der Mobilen Jugendarbeit in Sachsen nicht unwesentlich beeinflusst und letztendlich mit geprägt. Du hast dabei Dein Gegenüber nie außer Acht gelassen, immer mitgenommen auf Deine visionären Reisen.

Lieber Gerhard, wir sind gern mit Dir gefahren, manchmal auch kurvenreiche Strecken, jetzt ist zwar unsere gemeinsame Fahrt zu Ende, die Reise mit Deinen Gedanken und Ideen im Gepäck aber noch langen nicht.

LAK Mobille Jugendarbeit Sachsen e. V.
im Namen aller Mitglieder und Freunde der Mobilen Jugendarbeit in Sachsen

Chemnitz, 3. Juli 2015