“Psychotrauma” von Klient_innen in der niedrigschwelligen Arbeit…

25.09.2013

Besonders in der niedrigschwelligen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (zB Anlaufstellen, Streetwork und Notschlafstellen) stehen die sozialpädagogischen Handlungsfelder oft im Spannungsfeld einer augenscheinlich besonders auffälligen Zielgruppe und vermeintlich minimalen Interventionsmöglichkeiten. Oft scheint weder ausreichend Zeit noch Möglichkeit vorhanden, um deren Persönlichkeit angemessen zu entwickeln, oder es scheint, als würden Interventionen nicht greifen und Botschaften nicht wirken.

„Heilung“ oder Besserung wird an dieser Stelle oft einzigst einer schwer erreichbaren intensiven oder medizinisch-/psychologischen Hilfemaßnahme (wie zB Therapie/stationäre Intensivangebote) zugetraut und dort verortet, da die Jugendlichen oft schwere biografische „Narben“ tragen, zB durch Misshandlung, Vernachlässigung, aber auch unsichere Bindungsstrukturen.

Die recht junge Disziplin der „Traumapädagogik“ bietet -basierend auf den neuen Forschungsergebnissen der Psychotraumatologie und der Hirnforschung- eine Fülle neuer Erkenntnisse , die hier fachliche Hilfe geben können und die Pädagogik mit Aspekten aus Medizin, Psychiatrie und Psychologie ergänzen. Die oft schwer verständlichen Bewältigungsstrategien der Jugendlichen sollen damit transparenter gemacht werden und praktische Unterstützung des Einzelnen individuell wirksamer, gerade auch im Hinblick auf die täglichen Versorgungstrukturen der niederschwelligen Hilfeformen.

Dabei wird auch deutlich, welche Stärken sich in den einzelnen Bewältigungsmustern verbergen, und welche Ressourcen es zu fördern und zu unterstützen gilt.

Darüber hinaus wirkt sich die Arbeit mit traumatisierten Menschen nicht zuletzt auch immer auf ein ganzes Helfersystem aus, bzw auf die Einzelnen. Eine Mitgefühlserschöpfung kann unter Umständen daraus resultieren.

Inhalte des Fortbildungsmoduls sind

  • theoretische Grundlagen zum Begriff „Psychotraumata“, Phänomene und Konsequenzen
  • Abwehrmechanismen und Überlebensstrategien
  • Grundlagen der Traumaarbeit in der niedrigschwelligen sozialpädagogischen Praxis/ was bedeutet eine „traumazentrierte Haltung“
  • Sekundärtraumatisierung und Traumadynamik – Die „Spuren“ von Traumaarbeit im professionellen System
  • Ressourcen und Stärke

Trainerin: Manuela Grötschel Dipl. Päd., Psychotherapie

Preis: 30,- € Mitglieder des LAK MJA Sachsen e.V., THD Dresden e.V. oder Bündnis für Straßenkinder / 40,- € Nichtmitglieder

“Psychotrauma” von Klient_innen in der niedrigschwelligen Arbeit und seine „Spuren“ im professionellen System – Theoretischer Hintergrund und Bedeutung in der praktischen Arbeit (PDF)
Dresden