He-Augenblick-mal.2014

Sachsenweite Aktionswoche vom 10. bis 15. Juni 2014

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. ist Fachverband für die Projekte der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork und vertritt die Interessen des Arbeitsfeldes. Die geplante Aktionswoche ist die zweite sachsenweite Initiative aller Projekte Mobiler Jugendarbeit.

In der Woche vom 10. – 15. Juni 2014 führen lokale Projekte eine Aktion ihrer Wahl im öffentlichen Raum durch. Die teilnehmenden jungen Menschen sollen nach ihren Ideen befragt werden. Die Kolleg_innen vor Ort regen eine Ideenfindung an, unterstützen die jungen Menschen in der Vorbereitung und bei der Durchführung.

Das Hauptanliegen dieser Aktionswoche ist das Sichtbar machen einer Jugend im Gemeinwesen für Bürger_innen genauso wie für Politiker_innen und Verwaltung.

Es soll gezeigt werden, dass Jugendliche mehr sind und mehr können, als „saufen, raufen und randalieren“. Zudem ist es Ziel ein Bewusstsein für die Lebensphase Jugend zu schaffen und die jungen Menschen befähigen „ihren“ Platz im öffentlichen Raum einzufordern. Sie machen auf ihre Bedürfnisse, Wünsche und Herausforderungen aufmerksam, um dem Gemeinwesen transparent zu machen, dass Jugend einen Platz braucht, um ein zukunftsfähiges und stabiles Miteinander zu fördern.

Die durchgeführten Aktionen und Veranstaltungen werden durch den LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. dokumentiert und in einer PDF-Broschüre zusammengefasst. Diese wird an die kommunalen Verwaltungen, an die politischen Entscheidungsträger der Landesebene sowie an die Fachöffentlichkeit transportiert.


Seite zur Aktionswoche: http://he-augenblick-mal.de/

Dokumentation Fachtag: „Gemeinwesenarbeit im Wandel der Zeit – Die Rolle der Mobilen Jugendarbeit im Sozialraum“

Doku Fachtag GWA Conne IslandDie Dokumentation des Fachtages am 20. März 2014 in Leipzig im Conne Island mit Vorträgen von Prof. Dieter Oelschlägel und Prof. Dieter Rink ist als PDF (2,3MB)  verfügbar.

DNN: Kältebus der Treberhilfe macht Station im Dresdner Alaunpark

Treberhilfe Dresden mit ihrem Busprojekt JUMBO

Busprojekt JUMBO
Bildquelle: DNN-online/privat

Dresden. Menschliche Wärme gegen Winterkälte. Dieses Motto nahmen sich am Montag die Treberhilfe Dresden und die Facebook-Aktionsgruppe „Ich verschenke meinen Schlafsack an Obdachlose“ zu Herzen. Von 18 bis 23 Uhr öffnete der Kältebus am Alaunpark seine Türen für die Dresdner Obdachlose. Für die Obdachlosen gab es eine warme Mahlzeit und Heißgetränke. „Wir wollen mit unserer Aktion vor allem ein Gesprächsangebot bieten, die Möglichkeiten sich zu unterhalten und Kontakte zu knüpfen“, erzählt Sascha Förster, der sich für die Aktion engagiert.

Die Idee entstand durch die über Jahre gewachsene Zusammenarbeit der Treberhilfe mit der Facebook-Gruppe. Isabell Heller vom Roten Baum gründete 2012 die Gruppe in dem sozialen Netzwerk mit dem Ziel, Schlafsäcke zu sammeln. 380 Mitglieder hat die Gruppe inzwischen.

„Schön wäre es, wenn sich über unsere Aktion Freiwillige finden würden, die einmal im Monat an die Obdachlosen Essen ausgeben oder einfach nur für ein Gespräch da wären“, sagt Sascha Förster. Derzeit gibt es nach Försters Schätzung rund 800 bis 1500 Obdachlosen in Dresden.

Quelle: DNN-online am 11.02.2014, 14:40 Uhr, Fehler im Original, abgerufen am 11. Februar 2013 um 16:17 Uhr

Anmerkung: Wir nehmen den Artikel über das LAK-Mitglied Treberhilfe Dresden gerne zum Anlass, auf die unscharfen Formulierungen von Obdachlosigkeit (also tatsächlich ohne Obdach bzw. in einer Notunterkunft) und Wohnungslosgkeit (prekäre Wohnsituation) hinzuweisen. Der Verein hatte das so nicht formuliert, und zum Glück(!) gibt es keine 800 bis 1500 Obdachlosen in Dresden. Die Definition der BAG Wohnunslosenhilfe differenziert die Themen noch stärker. Ihr könnt sie hier lesen: ETHOS – Europäische Typologie für Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und prekäre Wohnversorgung (PDF, 83kB)

Chemnitz: Sportangebot von Streetworkern

Domizil. Mit Training gegen Rassismus

Zweimal pro Woche veranstaltet die Mobile Jugendarbeit des Vereins Domizil ein Sportangebot für junge Menschen im Stadtteil Schloßchemnitz.

Freie Presse: Domizil Mit Training gegen RassismusUnter dem Motto “Sport statt Gewalt – für Toleranz und gegen Rassismus” treffen sich mittwochs 10 bis 16-Jährige und freitags 16 bis 27-Jährige junge Menschen, um sich sportlich zu betätigen. Insgesamt nahmen im letzten Jahr etwa 90 Kinder und Jugendliche am Fußballtraining teil. “Bei unserem Fußballtraining darf jeder mitspielen. Ganz gleich welcher Herkunft, welcher Religion, welcher Subkultur, welchem Geschlecht die Jugendlichen angehören oder ob sie vielleicht auch ein Handicap haben”, sagt Sozialarbeiter Stephan Kämpf vom Verein Domizil. “Es freut mich sehr, dass bei uns junge Menschen unter anderem aus Deutschland, Vietnam, Irak, Libyen, Angola, Libanon, den ehemaligen Ostblockstaaten und der Türkei friedlich zusammen spielen.”

Mehrmals im Jahr nehmen die jungen Sportler auch erfolgreich an Freizeitturnieren teil. Unter dem Namen “Domizil United” treten sie in gemischten Teams gegen andere Mannschaften an. Für diese Turniere hat der Domizil e.V. den Jugendlichen kürzlich neue Trikots spendiert. Ein älterer Jugendlicher unterstützt die Mitarbeiter des Domizil e.V. ehrenamtlich beim Training und bei Turnieren.

Mehr Informationen zum sportlichen Angebot gibt es im Internet unter www.domizil-ev.de.

Quelle: Freie Presse vom 25. Januar 2014

Aus dem aktuellen Corax: Profilschärfung „13“

Der LAK MJA hat wieder einen Beitrag im Corax 6/2013, dem Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen. Sascha Rusch aus dem Vorstand und unser Pressesprecher Dieter Wolfer haben zur Reformierung unserer fachlichen Standards für Mobile Jugendarbeit/Streetwork (PDF: 208kB) geschrieben:

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. (LAK MJA) hat seit Ende 2010 einen intensiv geführten Profilschärfungsprozess initiiert. Ausgangspunkt für die Profilschärfung des Arbeitsfeldes Mobile Jugendarbeit/Streetwork waren starke Unsicherheiten und landesweite Kürzungen in Sachsen. Diesen Prozess wollen wir hier darstellen. Wir wollen aber auch verdeutlichen, dass ein Profilschärfungsprozess einmal in Mobiler Jugendarbeit/Streetwork angestoßen, weitergeführt werden muss und somit als ein selbstverständlicher Teil konzeptioneller Qualitätsmerkmale Einzug hält, vor allem wenn Wirkungsdialog und Qualitätsstandards wirkungsvoll und nachhaltig etabliert werden sollen. Der dargestellte Prozess zeigt die Organisations- und Qualitätsentwicklung. Dies ist somit beispielgebend für andere Berufsfelder. [Auszug]

Hier ist der vollständige Artikel (PDF: 4,2MB) mit freundlicher Genehmigung des Corax Magazins. Der Abschlussbericht zum Profilschärfungsprozess (PDF: 5,5MB) ist ebenfalls nachzulesen.

Wenn die Arbeit auf der Straße lebt

Leipzigs Streetworker versuchen, Jugendliche im freien Fall aufzufangen

Sie verstehen sich als eine Art soziale Ingenieure, bauen Brücken zu jungen Menschen, die nicht mehr so einfach zu erreichen sind: Straßensozialarbeiter oder Streetworker. In Leipzig tragen etwa 35 Frauen und Männer dazu bei, dass der soziale Frieden erhalten bleibt. Zehn Kollegen kümmern sich im Auftrag der Stadt um ihre Klientel: Jugendliche zwischen 15 und 27 Jahren, in deren Lebensläufen Straßen- und Drogenkarrieren, Delinquenz, Gewalt und Vernachlässigung stehen.

Straßensozialarbeit Leipzig in Leipziger Volkszeitung, 28./29. Dezember 2013, Seite 17

Streetwork in der Eisenbahnstraße: Sozialarbeiterin Heike Strobel (links) sieht Praktikant Dennis Dignat (Mitte) zu, der Klamotten mit Besucherin Sabine aussucht.
Foto: Andreas Döring

Es dauert, bis Sara H.* auftaut. “Ich bin seit Ostern 2010 in der Stadt”, beginnt die 21-Jährige vorsichtig, “davor habe ich in Dresden und Nürnberg gelebt.” Zum Teil auf der Straße. Heute wohnt Sara mit ihrem Freund zusammen, holt ihre Mittlere Reife nach und nimmt keine Drogen. Stigmatisiert wird sie trotzdem. “Weil ich gepierct bin und Zotteln habe.” Die junge Frau deutet auf ihre Filzlocken. Damit sticht sie auch aus dem Publikum um sie herum heraus.

Eine Handvoll Klienten sitzt in der Kontakt- und Beratungsstelle Eisenbahnstraße, Hausnummer 11, auf der Couch, wäscht Wäsche oder durchkämmt das Regal, in dem sich Kleiderspenden stapeln. “Es ist eine Anlaufstelle für jeden”, kommentiert Weiterlesen

Heilsarmee kurbelt Spenden an

Unsere Mitglieder aus dem Domizil e. V. in ehrenamtlicher Mission für die Heilsarmee in Chemnitz:

Heilsarmee kurbelt Spenden an

Drei Streetworker/-innen des Chemnitzer Doimizil e. V. für die Heilsarmee

Foto: Sven Gleisberg

Egal ob es schneit, stürmt oder nasskalt vom Himmel nieselt – die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Freunde der Chemnitzer Heilsarmee sind auch in diesem Jahr wieder vor der Galeria Kaufhof anzutreffen. Dort entlocken sie ihrer altehrwürdigen Drehorgel stimmungsvolle Musik und sammeln gleichzeitig Spenden für das bevorstehende Weihnachtsfest. “Es gibt in unserer Stadt – gerade an Weihnachten – viele einsame Menschen. Deshalb sind wir da und öffnen die Türen der Heilsarmee an der Horst-Menzel-Straße 5 an allen drei Weihnachtstagen von früh bis spät”, sagt Heilsarmee-Kapitän Carsten Dax. “Wir stellen unsere Räume und vor allem unsere Zeit zur Verfügung, damit an den Festtagen niemand alleine sein muss. Ohne finanzielle Unterstützung ist dies nicht möglich.”

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Jugendhilfetag Landkreis Zwickau: Kritik an Sozial-Sparkurs

Jugendhilfetag Zwickau 2013Am 13. November 2013 fand der Jugendhilfetag des Landkreises Zwickau zum Thema „Prävention versus Intervention“ statt, auf welchem unser Bildungsreferent Tom Küchler als Podiumsgast vertreten war. Die Freie Presse schrieb im Nachgang:

»Scharfe Worte und Applaus von vielen der etwa 150 Gäste des Jugendhilfetages gab es während des Expertengesprächs für Kritik am Sparkurs in der Sozialarbeit. Tom Küchler vom Landesarbeitskreis „Mobile Sozialarbeit“ [richtig: Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. – d. A.] kritisierte in der Lindenschule in Crimmitschau den Abbau der sogenannten freiwilligen Leistungen. „Das System ist momentan total kaputt“, sagte Küchler.« (Quelle: Freie Presse: “Kritik an Sozial-Sparkurs” abgerufen am 19.11.2013)

Weiterhin nahm Tom Küchler eine kritische Perspektive zum Präventionskonzept in der Jugendarbeit ein: Prävention ist keine Jugendarbeit! Wenn Jugendarbeit unreflektiert den Präventionsgedanken übernimmt, wird sie zum „Knecht staatlicher und kommunaler Jugendkontrolle“. (vgl. Benedikt Sturzenhecker in Sozialmagazin Heft 1/2000)

Der Deutsche Bundesjugendring fordert: Rechtsanspruch auf Jugendarbeit verwirklichen!

Der Deutsche Bundesjugendring hat auf seiner Vollversammlung am 28. Oktober 2013 einstimmig die Umsetzung des Rechtsanspruchs aus dem § 11 Jugendhilfe des SGB VIII (KJHG) gefordert:

Position Rrechtsanspruch § 11 SGBVIIIEs besteht ein Rechtsanspruch auf Jugendarbeit dem Grunde nach. Das stellt eine Expertise von Professor Dr. Reinhard Wiesner und Professor Dr. Christian Bernzen fest. Der Deutsche Bundesjugendring fordert nun die Umsetzung der Rechtsansprüche aus dem Achten Sozialgesetzbuch.

Zugleich kritisiert der DBJR, dass Kürzungen bei Angeboten der Jugendarbeit und der Jugendverbände oft mit einer prekären Haushaltslage begründet werden. „Der Staat wird hier seiner gesetzlich verbrieften Verantwortung nicht mehr gerecht. Nicht die Haushaltslage, sondern Bedarfe müssen Grundlage der Förderung sein“ Weiterlesen

Dokumentation des sächsischen Streetworktreffens 2013 ist online

Doku SWT 2013Vom 10. bis 12. September trafen sich die Projekte – und vor allem die Menschen! – der Mobilen Jugendarbeit / Streetwork im Gut Frohberg: entstanden sind viele interessante Gespräche, Ideen, Workshops und 59 Seiten Dokumentation.