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Selbstverwaltete Jugendclubs als n.e.V

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Projekt JugendLand
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Selbstverwaltete Jugendclubs als n.e.V

Beitrag von Projekt JugendLand » 7. Sep 2016 16:24

Liebe Kollegen,

wie gestern beim Regionalgruppentreffen in Großenhain besprochen, lade ich euch hier mal Informationen zum Thema "nicht eingetragener Verein" hoch, die wir wiederum mal von Andreas Borchert erhalten haben.
Ich lade hier also die E-Mail selbst sowie die dazugehörigen Anhänge hoch.
Außerdem füge ich mal noch den Entwurf für eine Kooperationsvereinbarung zwischen Jugendgruppe und Verwaltung bei, die wir den Kommunen als Vorlage vorschlagen. Diese wir z.Z. auch häufig genutzt in der Region Sächsische Schweiz.
Einige Jugendclubs sind auch tatsächlich e.V.s, von Jugendclubs als n.e.V.s weiß ich momentan nichts.

Viele Grüße
Franziska
Dateianhänge
Nutzungs- und Kooperationsvereinbarung_Vorlage.doc
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Uffeln_aufsatz_ein_zwitter_im_vereinsleben_der_nichteingetragene_verein-1.pdf
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Satzung_eDampfer.pdf
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Jugendclubs-rechtsform.docx
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Raimo
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Re: Selbstverwaltete Jugendclubs als n.e.V

Beitrag von Raimo » 8. Sep 2016 14:12

Hey,
feine Sache. Danke.

Max
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Re: Selbstverwaltete Jugendclubs als n.e.V

Beitrag von Max » 12. Sep 2016 12:55

Hallo,

schade das von uns niemand da sein konnte zum Regionalgruppentreffen.
Bei uns gibt es schon einige Jugendclubs die ein n.e.V. sind. Inziwischen gibt es bei uns sogar mehr n.e.V. als Jgendclubs als e.V.

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Raimo
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Re: Selbstverwaltete Jugendclubs als n.e.V

Beitrag von Raimo » 17. Feb 2017 10:22

Hallo liebe Kollegen,

mal ne Frage zu den selbstverwalteten Jugendclubs. Folgendes Szenario:

Einer meiner Clubs - der kein eingetragener Verein, sondern "nur" eine IG (Interessengemeinschaft) ist, also ein n.e.V. - möchte gern als Veranstalter einer größeren Festlichkeit auftreten und das Ganze organisieren und durchführen. Und zwar nicht in deren Einrichtung, sondern in einem von unseren Ortsteilen als Aktion/ Fest über ein ganzes Wochenende im Sommer und für die gesamte Bevölkerung.

Und fragen sie zurecht, wie das denn eigentlich mit Fragen der Versicherung bzw. der Haftung ist. Ich habe ihnen bisher gesagt, dass sie das dann "nur" als Privatpersonen machen können, was ich ihnen allerdings keinesfalls empfehle!

Ich bin aber nicht sicher, ob das so stimmt. Wenn es ein e.V. wäre, würden diese Fragen nicht auftreten, dann wäre die Sachlage klar. Aber als n.e.V.? Bekommt man da Versicherungen, da man ja eigentlich gar keine "rechtliche Person" Ist. Und haften muss man doch, falls etwas passiert, was ja nie auszuschließen ist, als Privatperson mit Privatvermögen bzw. mit den privat abgeschlossenen Versicherungen.

Richtig?
Oder nicht richtig?

Ich bitte darum Erfahrungswerte mitzuteilen.
Danke.

Gruß Raimo

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willie
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Re: Selbstverwaltete Jugendclubs als n.e.V

Beitrag von willie » 28. Feb 2017 20:05

Das mit dem richtig oder falsch lässt sich - mit meinem laienhaften Rechtswissen - nicht so einfach beantworten. Auch ein eingetragener Verein haftet für Schäden während einer Veranstaltung. Bei "einer größeren Festlichkeit … über ein ganzes Wochenende" könnte ich mir vorstellen, dass diese in der bestehenden Betriebs- und Vereinshaftpflicht nicht mitversichert ist. In diesem Fall müsste auch der Verein diese Sonderveranstaltung extra versichern.

Deine Frage bezieht sich aber mutmaßlich auf die private Haftung, die im eingetragenen Verein scheinbar ausgeschlossen ist - außer bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Dazu würde nach meinem Verständnis auch eine fehlende bzw. nicht ausreichende Veranstaltungsversicherung zählen. Das bezieht sich aber eher auf fehlende Beleuchtung, unzureichende Sicherung von Bühnenteilen usw. In diesen Fällen würde auch das Privatvermögen des veranstaltenden Vorstandes herangezogen. Das mit der Nicht-Haftung ist also nicht ganz so einfach.
Kurz gesagt: Der falsch Handelnde haftet immer, unabhängig von seiner Stellung im Verein. Wer für den Verein handelt, kann ggf. den Verein verpflichten und kann daneben oder stattdessen selbst haften
Eine ganz gute Übersicht, in welchen Fällen der Vorstand eben doch haftet, habe ich hier gefunden:
  1. http://thueringer-ehrenamtsstiftung.de/ ... aftung.pdf
  2. http://thueringer-ehrenamtsstiftung.de/ ... tung_2.pdf
  3. http://thueringer-ehrenamtsstiftung.de/ ... tung_3.pdf
Das Zitat oben ist aus dem dritten Reader, für deine konkrete Frage am besten passen dürfte der zweite.

Versichern können sie das Fest als Privatperson oder als rechtsfähige Personengesellschaft (s. § 14 BGB), die die IG wahrscheinlich bilden würde. In beiden Fällen müsste aber eine Privatperson die Versicherung unterzeichnen. Im Ernst-/Schadensfall würde die IG mit ziemlicher Sicherheit als GbR gewertet, da kein schriftlicher Gesellschaftsvertrag vorgeschrieben ist, und haftet (wie die Privatperson) mit dem Privatvermögen aller "Gesellschafter".

Also: grundsätzlich richtig, aber der Abschluss einer Versicherung als Verein ohne Eintrag ins Vereinsregister bzw. IG oder GbR ist fast riskanter als als Privatperson (da mehrere betroffen wären).

Nebenbei verwirrt mich die Formulierung "n.e.V." Wenn es um einen Verein geht, der nicht eingetragen ist, ist das eben so, und dieser führt "e. V." nicht im Namen. Die Verwendung von "n. e. V." könnte in verzwickten Streitfällen auch als Täuschungsversuch verstanden werden, weil der Vereinsname dann mit "e. V." enden würde.

Beste Grüße. willie

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