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Ordnungspolitische Aufträge

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Sascha
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Ordnungspolitische Aufträge

Beitrag von Sascha » 5. Mär 2015 09:48

Mobile Jugendhilfe...
Klingt nach einem durchaus vertretbaren Konzept. Es scheint nur der Name etwas anders.
Im Zeitungsartikel heißt es dann aber:
"Ich stehe wie ein Streetworker auf der Seite der Jugend, höre mir ihre Probleme an und versuche zu vermitteln.Ich bin aber auch von den Gemeinden beauftragt und angehalten, zum Beispiel Sachbeschädigungen aufzuklären", versucht er seine Aufgaben zu erklären. Da die Balance zu finden und zu halten sei eine Herausforderung."
(http://www.ovb-online.de/…/die-jugend-b ... en-raum-47…)
Wie seht ihr das? Das schließt sich vom Ansatz unseres Arbeitsfeldes her aus. Kennt ihr solche Aufträge? Nehmt ihr sie an? Nehmen andere solche Aufträge an?
Modellprojekt TRARA
Transferstrategien als Radikalisierungsprävention
Sascha Rusch
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willie
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Re: Ordnungspolitische Aufträge

Beitrag von willie » 7. Mär 2015 08:21


willie
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Re: Ordnungspolitische Aufträge

Beitrag von willie » 9. Mär 2015 08:50

Nicht erst mit der Einführung des Bundeskinderschutzgesetzes flammt die Diskussion um einen kontrollierenden Auftrag an die Jugendhilfe und insbesondere auch an Mobile Jugendarbeit/Streetwork in Leipzig immer wieder auf. Besonders im Zusammenhang mit Drogen konsumierenden jungen Menschen im Leipziger Osten sah sich das Sachgebiet Straßensozialarbeit seit 2010 einem hohen öffentlichen Druck ausgesetzt und musste sich gegen Forderungen nach einem restriktiveren Handlungsansatz verwahren.

Um die verschiedenen Perspektiven zu diskutieren, hatte der "Fach-Arbeitskreis Mobile Jugendarbeit/Streetwork" (Arbeitsgremium gemäß Fachplan Kinder- und Jugendhilfe) im September 2014 einen Fachtag mit einem Themenblock "Ordnungspoltisches Arbeiten versus Fachstandards – Selbstverständnis von Streetwork/MJA" veranstaltet. Der Fachtag wurde von Andreas Klose (FH Potsdam) moderiert und war mit 26 Teilnehmer(innen)n von fast allen Personen, die in der MJA/SW tätig sind, besucht.

Im Fachtag wurden viele Aspekte im Spannunsgfeld eines "doppelten Mandats"* diskutiert und im Ergebnis konsensual vereinbart. Ohne eine von persönlichen Interessen gefärbte Brille wurde anerkannt, dass die Antwort auf die Frage, ob MJA/SW (auch) kontrollierend wirkt, abhängig vom Blickwinkel der Antwort ist. Es bedarf zuvor einer Begriffsklärung, was „ordnungspolitisches Arbeiten“ oder „Kontrolle“ sind. Beispielhaft kann hier die Beseitigung von gebrauchten Spritzen im öffentlichen Raum gesehen werden oder die Beteiligung an Runden mit Ordnungsamt und Polizei im Rahmen von gemeinwesenorientierter Arbeit.

Die Grundaussage des Fachtages hieß: "Fachstandards schließen ordnungspolitisches Arbeiten aus". Konsens zwischen den öffentlichem und den freien Trägern ist, eine schematische Handlungsweise zu vereinbaren, die auch die koordinierenden Stellen für Jugend und Bildung (s. Fachplan) einbezieht. Für Infos/Anfragen von Ordnungsbehörden oder Bürger(inne)n gilt, dass diese nicht von vorneherein abgelehnt werden und gemeinsam mit den Adressat(inn)en Handlungsoptionen entwickelt werden.

In Leipzig gibt es ein großes Interesse am Thema und den Willen zum konstruktiven Dialog. Aktuell lässt sich das an einer kurzen Diskussion auf Facebook nachvollziehen. Auch wenn das zuweilen ermüdend erscheint, bleibt es offensichtlich notwendig, Einzelne an Vereinbarungen zu erinnern und nicht hinter gemeinsame Positionen zurückzufallen.

*) Die Diskussion um den Begriff ist bekannt. Siehe dazu aktuell Mechthild Seithe "Schwarzbuch Soziale Arbeit" oder (kontrovers) Ronald Lutz "Perspektiven der Sozialen Arbeit": http://www.bpb.de/apuz/31335/perspektiv ... len-arbeit

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