2. Fachtag: LEBENSORT STRAẞE: Ordnungspolitik vs. wirkungsvolle Sozialarbeit?!

Bereits letztes Jahr konnten wir über die Disziplin Soziale Arbeit hinaus den Fachtag „Lernort Straße“ anbieten. Wir beziehen uns auf Paulo Freire. Für ihn ist der (Sozial-)Pädagoge Politiker und Künstler. Denn: Soziale Arbeit macht auf Missstände, Benachteiligung, Ausgrenzung, Chancenungleichheit und Unterdrückung aufmerksam. Soziale Arbeit und Pädagogik und nicht zu Letzt die sog. „Betroffenen“ bieten in Profession und Disziplin kreative Lösungen an.

Aktuell reagiert das Gemeinwesen wieder verstärkt mit Repression, Überwachung und mit ordnungspolitischen Maßnahmen und möchte damit einem gefühlt erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft nachkommen. Mobile Jugendarbeit und Streetwork in Sachsen stellen beispw. den Abbau von Bänken im öffentlichen Raum bzw. in Einkaufspassagen fest. Alkohol- und Bettelverbote werden im öffentlichen Raum verhängt. Wem gehört der öffentliche Raum? Wie geht Sozialarbeit mit den Veränderungen um? Wie lange ist Sozialarbeit zuständig und ab wann geht nichts mehr?

 

Junge Menschen entwickeln eigene Lösungen und bieten Vorschläge an. Für sie ist die „Straße“ der öffentliche Raum, der für sie als Erfahrungs-, Lern-, aber auch Risiko- und vor allem Lebensort dient. Junge Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Straße entwickeln eigene sprachliche Handlungsstrategien. Sozialarbeiter*innen hingegen entwickeln Methoden, wie sie „Unerreichbare“ erreichen, „Entkoppelte“ wieder andocken. Dies gelingt einerseits mit Empathie und Akzeptanz alternativer Lebens- und Lösungsgestaltung, andererseits mit Beteiligung und fachlicher Professionalität. Der Fachtag greift diese themen auf und schließt mit einer breiten Podiumsdiskussion. Nach jedem Referat werden die Teilnehmenden in die Diskussion über die Arbeit mit jungen Menschen, die die Straße, Szene und Clique als Sozialisationseinrichtung bevorzugen, mit einbezogen.

Datum: 24.10.2018

Ort: Evangelische Hochschule Dresden

09.30 h Begrüßung (ehs DD)

09.40 h                 MoMo (Angefragt!)

„Street-Kids“ berichten, stellen Forderungen und bieten Lösungen

10.15 h                 Andreas Klose

Streetwork in Szenen; Szenenorientierte Soziale Arbeiten

11.15 h                 Dr. phil. Maren Behnert

Gibt es Nicht-Orte – wie Marc Augé beschreibt – auch in Sachsen? Szenen entwickeln eigenes Sprachhandeln

12.15 h                 P a u s e – Mittagessen und Austausch

Es gibt die Möglichkeit Flyer auszutauschen, seine Projekte mit Broschüren zu      präsentieren und die Auslagen an den Büchertischen zu nutzen. Kommen sie ins Gespräch und informieren Sie sich über die Angebote von anderen.

13.00 h                 Prof. Dr. F.-J. Krafeld

Akzeptieren und Wirkung Sozialer Arbeit bei der Arbeit mit Systemverweiger*innen, Aussteiger*innen, exzessive Autonome bzw. Ausgegrenzten bzw. von Benachteiligung bedrohte (junge) Menschen 4.0

14.00 h                 Podiumsdiskussion

Sozialbürgermeisterin Frau Dr. Kaufmann (Angefragt!)

Planungsstand April 2018

Eine Kooperationsveranstaltung mit der TREBERHILFE Dresden e.V., der Friedrich – Ebert – Stiftung und der Evangelische Akademie Meißen

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