Sächsisches Streetworktreffen 2026


Termin Details


Montag, 21.09.26 | Dienstag, 22.09.26 | Mittwoch, 23.09.26 | Workshops | Minis | Organisatorisches | Awareness | Anmeldung | Programm als PDF

„mja erreicht: Menschen, Räume, Utopien – zwischen Vision und Angebotslücke“

Das Sächsische Streetworktreffen 2026 ist die zentrale landesweite Fachveranstaltung für Mobile Jugendarbeit und Streetwork in Sachsen. Es vernetzt Fachkräfte über regionale Kontexte hinaus, fördert den Fachdiskurs und schafft Raum für den Austausch über Praxis, Konzepte und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Fragen der Erreichbarkeit junger Menschen, der Gestaltung von Lebens- und Erfahrungsräumen sowie die Schnittstellen zwischen gelebter Lebenswelt, innovativen Zugängen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – insbesondere mit Blick auf Niedrigschwelligkeit und Angebotslücken.

Unter dem Titel „mja erreicht: Menschen, Räume, Utopien – zwischen Vision und Angebotslücke“ werden zentrale Leitfragen bearbeitet: Wie gut sind wir erreichbar, wo müssen wir präsent sein, und was können wir mit den vorhandenen Ressourcen tatsächlich erreichen. Die Tagung legt dabei einen besonderen Fokus auf professionelle Beziehungsgestaltung, die Ansprache marginalisierter Gruppen und eine menschenrechtsorientierte Jugendarbeit im Spannungsfeld von kapitalistischen Strukturen und sozialer Ungleichheit. Sie bietet den Rahmen, gemeinsam praxisorientierte Strategien zur Verbesserung von Zugängen, zum Abbau von Barrieren und zur Weiterentwicklung eines humanistischen, niederschwelligen Ansatzes der Mobilen Jugendarbeit zu entwickeln.

Programm

Montag, 21. September 2026

ab 9:00 Uhr: Ankommen & Anmeldung

10:00 Uhr: Eröffnung des Streetworktreffens 2026

10:30 Uhr: Kennenlernen

11:30 Uhr: Vortrag & Diskussion

Zwischen Bank und Bildschirm. Wie sich Gruppen junger Menschen heute herstellen – und warum die Frage falsch gestellt ist (Jun.-Prof.in Dr.in Yağmur Mengilli)

Zwischen Bank und Bildschirm verschiebt sich, was als Gruppe sichtbar wird. Der Vortrag bündelt aktuelle Forschung zu jugendlichen Vergemeinschaftungspraktiken, Raumaneignung und digitaler Vernetzung und schlägt eine Perspektivverschiebung vor: weg vom Suchen nach festen Cliquen, hin zur Beobachtung dessen, wie sich Vergemeinschaftung situativ herstellt – mit welcher Dichte, in welchen Räumen, für welche Funktionen. Daraus ergeben sich produktive Anschlussstellen für die Mobile Jugendarbeit.

12:30 Uhr: Mittagessen

13:30 – 17:00 Uhr: Workshopphase I
Die Workshopbeschreibungen findet ihr nachfolgend.

ab 15:00 Uhr: Individuelle Kaffeepause in den Workshops mit Kuchen

17:00 Uhr: Zimmervergabe

18:30 Uhr: Abendessen

19:30 Uhr: Offenes Reflexionsteam
Ihr seid herzlich eingeladen, uns Feedback zu geben, Wünsche zu äußern, Kritik zu üben, offene Themen anzusprechen, organisatorische Anmerkungen zu geben, mitzutun und und und…

Dienstag, 22. September 2026

ab 8:00 Uhr: Frühstück

9:00 Uhr: Workshopphase II
Die Workshopbeschreibungen findet ihr nachfolgend.

12:30 Uhr: Mittagessen

14:00 Uhr: 1 Stunde Wissen am Nachmittag

Rechtliches Update im Kontext SGB II & Adressat*innen Mobiler Jugendarbeit (Arbeitstitel)

Referierende Person: n. N.

15:00 Uhr: Minis – Themensammlung und Orga
Minis sind kurze Workshops, die direkt aus der Praxis kommen und auch spontan stattfinden können. Stellt ein neues Spiel vor, was mega mit jungen Menschen geht. Erklärt eine neue Methode, mit der ihr gern arbeitet. Bietet einen Reflexionsspaziergang zu einem bestimmten Thema an – hier ist (fast) alles möglich.

15:30 Uhr: Kaffeepause & Kuchen

16:00 Uhr: Minis
Bereits feststehende Mini-Workshops findet ihr nachfolgend.

18:30 Uhr: Abendessen

19:15 Uhr: Offenes Reflexionsteam
Ihr seid herzlich eingeladen, uns Feedback zu geben, Wünsche zu äußern, Kritik zu üben, offene Themen anzusprechen, organisatorische Anmerkungen geben, mitzutun und und und…

20:00 Uhr: Multimediale Lesung

Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR (Geralf Pochop, Sheela)
In einem Mix aus Erzählung, Lesung & Bildspots präsentiert Sheela, eine Protagonistin der DDR-Punk-Szene, anhand ihrer Erlebnisse als widerständige Punk-Frau in der DDR, gemeinsam mit dem Autoren Geralf Pochop, ein bisher kaum aufgearbeitetes Stück DDR-Geschichte, welches sie als eine der 23 Protagonistinnen, die im Buch zu Wort kommen, so beschreibt: „Punk zu sein an sich war schon eine Provokation. Aber als Mädchen so herumzulaufen, bedeutete wohl einen doppelten Tabubruch, so etwas wie ein Sakrileg im real existierenden Sozialismusverständnis der DDR.“

Mittwoch, 23. September 2026

ab 8:00 Uhr: Frühstück

9:00 Uhr: Werkstattformat (Input und interaktives Format)

Straßenpolitik (Uwe Hirschfeld)

Die gesellschaftlichen Krisen von Umwelt bis Wirtschaft machen sich auch auf der Straße bemerkbar. Zugleich werden soziale Sicherheit, Beteiligung, Vielfalt und Lebenschancen weiter massiv eingeschränkt. Es ist zu diskutieren, welche Perspektiven in der politischen Auseinandersetzung mit dem autoritären Kapitalismus entwickelt werden können.

Uwe Hirschfeld, hat bis 2020 mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Bildung an der Evangelischen Hochschule Dresden gearbeitet.

11:45 Uhr: Abschluss, Feedback, Verabschiedung

12:30 Uhr: Mittagessen

Workshops

(1) Professionelle Beziehungsgestaltung in der Mobilen Jugendarbeit – die Balance zwischen angemessener Nähe und professioneller Distanz

Referierende Person: Frank Thorausch, Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH), Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Leitung Praxisreferat Soziale Arbeit (ehs Dresden), Supervisor/Coach (DGSv)

In der Mobilen Jugendarbeit sind die Fachkräfte in ihrer professionellen Beziehungsgestaltung vor spezifische Herausforderungen gestellt. Als Gast in der Lebenswelt der Adressat*innen, im öffentlichen Raum und in den Räumen der Projekte sind jeweils kontext- und personenangemessene Formen der Beziehungsgestaltung sowie situationsadäquates Agieren notwendig.

Dazu kommt die Herausforderung, die eigene Person in Relation zur konkreten Beziehungsgestaltung regelmäßig zu reflektieren und den weiteren Prozess der Arbeitsbeziehung auch darauf aufbauend zu planen.

Im Workshop werden in Bezug zu praktischen Beispielen der Teilnehmenden fachliche Anforderungen professioneller Beziehungsgestaltung erarbeitet und konkrete Möglichkeiten der Selbstreflexion erprobt.

(2) Hybride Erreichbarkeit in MJA und Streetwork – Zwischen Möglichkeiten und Entgrenzung

Referierende Personen: Tanja Brock und Sascha Rusch (Fachbereich Smarte Jugendarbeit der Sächsischen Landjugend e.V.)

Wir alle leben in hybriden Lebenswelten. Die Adressat*innen von Mobiler Jugendarbeit und Streetwork bewegen sich selbstverständlich zwischen physischen und virtuellen Räumen.

Im Workshop steht die Erreichbarkeit von Fachkräften zwischen Kontaktzeit, aufsuchender Arbeit, Messenger-Diensten, Social Media usw. im Fokus. Hierbei schauen wir auf Chancen und Möglichkeiten und auf die Gefahren von Entgrenzung vor allem in digitalen Settings.

Nach einem Input zu einem hybriden Verständnis von Sozialräumen stehen eure Themen, Fragen und Herausforderungen im Mittelpunkt.

Ergänzend stellen wir zwei Praxisbeispiele für eine Konzeptionierung von digitalem Arbeiten in der aufsuchenden Jugendarbeit vor.

(3) Wer ist hier eigentlich ‚die Gruppe‘? Eine Kartierung des Praxiswissens der Mobilen Jugendarbeit

Referierende Person: Jun.-Prof.in Dr.in Yağmur Mengilli, Universität Tübingen

Gruppen sind keine Dinge, die es gibt oder nicht gibt – sondern Praktiken, die sich situativ herstellen. Die Werkstatt nimmt das ernst und nutzt das Praxiswissen der Fachkräfte als Ausgangspunkt: Wir kartieren gemeinsam, was im Feld als Gruppe, Clique, Szene oder lose Vergemeinschaftung beobachtet wird, entlang von Raum, Dauerhaftigkeit, Funktion und digitaler Anbindung. Eigene Zuschreibungen werden befragt und mit Konzepten aus der Jugend- und Sozialraumforschung in Beziehung gesetzt.

(4) Macht verstehen, aufbauen und Veränderung bewirken – Ansätze aus dem Community Organizing

Referierende Person: Ole Reichardt

Wie können wir Visionen und Utopien Wirklichkeit werden lassen? Community Organizing ist ein Ansatz, der kollektive Veränderung bewirken kann. In Deutschland finden wir ihn bei Gewerkschaften, in sozialen Bewegungen und der Gemeinwesenarbeit. Wer Veränderung bewirken will, muss sich aber auch damit auseinandersetzen, WER die Mittel dazu hat und welche Hebel wir in Gang setzen müssen.

Deshalb schauen wir uns nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Community Organizings den hier benutzten Machtbegriff an und lernen mit der Machtanalyse ein Werkzeug kennen, welches uns dabei hilft, Machtbeziehungen im Sozialraum zu verstehen und unsere Handlungsstrategie entsprechend auszurichten.

Mitbringen: Laptop für kurze Recherchen

Ole Reichardt arbeitet seit 2020 als Community Organizer. Neben dem Aufbau einer Nachbarschaftsorganisierung begleitete er unter anderem Kampagnen zu Antidiskriminierung und in der Mietenbewegung. Als ausgebildeter Ethnologe ist es ihm ein besonderes Anliegen, möglichst unterschiedliche Gruppen und Menschen in Organisierungsprozesse mit einzubeziehen. Organizing begreift er dabei vor allem als sehr hilfreichen Methodenkoffer, um inklusive und transformative Gruppenprozesse zu gestalten und Machtstrukturen begreifbar und veränderbar zu machen.

(5) FLINTA* in öffentlichen Räumen (Arbeitstitel)

Referierende Personen: n. N.

Wir sind bemüht, als Fortsetzung des Workshops im letzten Jahr, am Thema FLINTA* im öffentlichen Raum weiterarbeiten zu können. Letzte Details müssen hier noch geklärt werden, das Programm wird zeitnah aktualisiert.

Minis – Werdet selbst aktiv!

Selbstfürsorge in der Mobilen Jugendarbeit

Referierende Person: Sara Schwarzenberger, Sozialarbeiterin, AJZ Streetwork – City

Wie wirkt sich Stress auf unser Nervensystem aus? Was hilft uns, uns selbst zu regulieren? Und warum ist es wichtig, dass es uns selbst gut geht, damit wir für andere Menschen da sein können? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im Mini in Form eines kleinen Inputs, Austausches und einer einfachen Körperübung.

DIY-Cryptoparty

Referierende Person: n. N.

Hier könnte dein Mini-Workshop stehen

Nutzt die Gelegenheit zum Streetworktreffen eure Erfahrungen weiterzugeben, zu einem Thema mit anderen in den Austausch zu kommen, neue Aktionsformen auszuprobieren. Wenn ihr eine konkrete Idee habt, meldet euch gern bei uns.

Ihr könnt eure Ideen auch einfach mitbringen und den Mini spontan anbieten.

Organisatorisches

Ort:
Jugendherberge Schloss Colditz, Schlossgasse 1, 04680 Colditz

Achtung: Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern! Mehrbettzimmer sind möglich.

Die Jugendherberge und alle Veranstaltungsräume sind rollstuhlgerecht zugänglich. Wenn du Assistenzbedarf hast und/oder Unterstützung benötigst, kannst du gern mit uns Kontakt aufnehmen.

Mitbringen:

  • Minis – werdet selbst aktiv und bringt Materialien & Ideen mit
  • Handtücher

Teilnahmebeitrag:

  • 120,- Euro für LAK-Mitglieder
  • 150,- Euro für Nicht-Mitglieder

Sollte die Teilnahmegebühr eine Hürde darstellen, besteht die Möglichkeit Kontakt mit dem Orga-Team aufzunehmen, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Im Teilnahmebeitrag enthalten:

  • Tagungsunterlagen und Teilnahme an allen Programmpunkten
  • Unterkunft (in Doppelzimmern)
  • Verpflegung (Vollpension)
  • Kaffee, Tee und Snacks während der gesamten Tagung

Awareness

Uns ist wichtig, dass die Tagung ein möglichst sicherer und respektvoller Raum für alle Teilnehmenden ist. Wir arbeiten daher mit einem Awareness-Konzept und freuen uns auf ein Zusammenkommen, bei dem sich alle wohl fühlen können.

Während der Tagung wird es benannte Ansprechpersonen geben, die im Rahmen dieses Konzepts ansprechbar sind. Ein Awareness-Team, das ausschließlich für Awareness zuständig und jederzeit erreichbar ist können wir leider nicht realisieren. Das Awareness-Konzept der Tagung senden wir allen Teilnehmenden und Referierenden im Vorfeld der Veranstaltung zu. Die konkreten Hinweise zum Awareness-Konzept sowie die Kontaktdaten der Ansprechpersonen stellen wir euch zu Beginn der Tagung vor und auch vor Ort sichtbar zur Verfügung.


Programm als PDF: Download

Anmeldeschluss:

07.08.2026

 


Anmeldung