Mobile Jugendarbeit und Streetwork in Bautzen sichern – Jugendliche und ihre Perspektiven stärken

Mit großer Sorge beobachten wir die angekündigten Anträge der AfD und des Bürger Bündnis Bautzen e.V., die am 28. Januar 2026 im Bautzener Stadtrat zur Abstimmung stehen. Vorgesehen ist, die Förderung des Projektes „Pro Chance – Mobile Jugendarbeit Bautzen“ sowie der Streetwork-Stelle im Stadtteil Gesundbrunnen zu streichen.

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit/Streetwork Sachsen e.V. (LAK) schließt sich nachdrücklich der Stellungnahme der Kampagnengruppe „Jugend- und Familienarbeit wirkt“ an. Wir appellieren eindringlich an den Bautzener Stadtrat, diese Anträge abzulehnen und sich klar zum Erhalt und zur Fortführung dieser wichtigen Projekte zu bekennen.

Mobile Jugendarbeit und Streetwork leisten unverzichtbare Beiträge für den sozialen Zusammenhalt und die Unterstützung junger Menschen in schwierigen Lebenslagen. Ein Abbau dieser Angebote wäre ein Rückschritt für Bautzen und ein fatales Signal an die Jugend.

Wir rufen zur solidarischen Unterstützung auf: Machen Sie das Thema öffentlich, sprechen Sie darüber und teilen Sie die Stellungnahme, um die Bedeutung dieser Arbeit sichtbar zu machen.


Stellungnahme zum Erhalt der Streetwork-Projekte in Bautzen

Die Jugend unterstützen – denn sie ist die Zukunft unserer Gesellschaft.

Wir sind sehr bestürzt darüber, dass AfD und das Bürger Bündnis Bautzen e.V. im Bautzener Stadtrat am 28.01.2026 beantragen wollen, die Projekte „Pro Chance – Mobile Jugendarbeit Bautzen“ und die neue Streetwork-Stelle in Gesundbrunnen zu streichen. Diese Nachricht macht uns große Sorgen, denn diese Projekte unterstützen besonders Jugendliche bis 27 Jahre, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden. Das sind junge Menschen, die sie auf den Straßen antreffen, welche vor individuellen Herausforderungen stehen und auf der Suche nach sozialen und beruflichen Lebensperspektiven sind. Themen zur Familie, zum Job, zum Wohnraum, zu einem selbstbefähigten Alltag, die Begleitung zu Ämtern und Behörden oder die Unterstützung bei psychischen Herausforderungen oder Suchtabhängigkeiten spielen hier eine Rolle.

Für diese jungen Menschen sind die Streetworker*innen oft die einzige Hilfe, die sie bekommen und auch freiwillig annehmen. Die Fachkräfte gehen direkt auf die Straße. Sie sprechen mit den Jugendlichen dort, wo sie sich treffen, hören zu, bauen Vertrauen auf und helfen bei Problemen, um jungen Menschen eine gelingende Entwicklung zu ermöglichen.

Darüber hinaus unterstützen sie auch dabei, jugendgerechte Entfaltungsmöglichkeiten in Bautzen vorzufinden, was bedeutet Räume für Jugendliche zu eröffnen, diese in Freizeitmöglichkeiten einzubinden und mit ihnen die eigenen Stärken und Potenziale zu entwickeln. Die Streetworker*innen dienen als Ansprechpartner*innen auf Augenhöhe für alle Themen der Jugendlichen und stehen diesen ohne Vorbehalte, mit Wissen und einem großen Netzwerk an weiterführenden Hilfen und Kooperationspartnern zur Verfügung. Außerdem werden junge Menschen von ihnen aktiv in Entscheidungen und Projekte im Gemeinwesen einbezogen, damit sie selbst mitgestalten, Ideen umsetzen und Verantwortung übernehmen können.

Die Ausgestaltung der Jugendhilfelandschaft im Landkreis Bautzen ist eine Gemeinschaftsaufgabe von öffentlichem Träger (Jugendamt) sowie Städten und Gemeinden. Auch die finanziellen Herausforderungen können nur gemeinsam gestemmt werden. Die Stadt Bautzen geht hier seit Jahren verantwortungsbewusst mit gutem Beispiel voran, ebenso wie etwa Radeberg, Hoyerswerda, Lauta, Neukirch/Lausitz, Wilthen, Kamenz und zahlreiche andere Kommunen im Landkreis. Damit kommen sie ihrer gesetzlichen Verpflichtung der kommunalen Daseinsvorsorge nach, wie es Dr. Peter-Ulrich Wendt in einem Interviewvideo im Rahmen unserer Kampagne zur Bedeutung von Jugend- und Familienarbeit für kommunale Entwicklung deutlich dargestellt hat. [Zugang zum Video unter: https://www.juf-wirkt.de/#wirkt ]

Die Arbeit der beiden Streetwork-Projekte ist sehr wichtig. Sie verhindert größere Probleme in der Zukunft und hilft Jugendlichen, Perspektiven zu finden und sich stabil entwickeln zu können.

Dass ausgerechnet diese nun gestrichen werden sollen, macht uns besonders betroffen. Denn hier trifft es genau die Jugendlichen, die sich in einer Phase ihres Lebens befinden, wo sie am meisten Orientierung und Unterstützung brauchen. Wir sind bestürzt, dass nun gerade an dieser Stelle gespart werden soll. Wer hier kürzt und wegstreicht, spart nicht wirklich! Er macht die Probleme zukünftig nur größer!

Wir bitten den Bautzener Stadtrat dringend:

  • ÜBERDENKEN Sie die Anträge der AfD und des Bürger Bündnis Bautzen e.V. und LEHNEN Sie diese entschlossen AB!
  • SETZEN Sie sich EIN für den ERHALT und die FORTFÜHRUNG des Projektes „Pro Chance – Mobile Jugendarbeit“ sowie der Streetwork-Stelle in Gesundbrunnen!

Denken Sie an all diejenigen, die Ihre Stimme am meisten brauchen. Bautzen darf die Jugendlichen, die unsere Hilfe am dringendsten brauchen, nicht alleinlassen.

Unterzeichnet durch die Kampagnengruppe „Jugend- und Familienarbeit WIRKT“


www.juf-wirkt.de/stellungnahme-zum-erhalt-der-streetwork-projekte-in-bautzen


Streetwork-Projekte in Bautzen erhalten – Stellungnahme des LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V.

Als landesweit tätiger Fachverband der Kinder- und Jugendhilfe in Sachsen beobachten wir mit großer Sorge die beantragten Streichungen im Bereich der Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit in Bautzen. Die Anträge, das Streetwork-Projekt im Stadtteil Gesundbrunnen sowie das bewährte Projekt „Pro Chance – Mobile Jugendarbeit Bautzen“ zu streichen, bedrohen elementare Strukturen der Unterstützung und Beteiligung junger Menschen.

Diese Angebote sind für viele Jugendliche und junge Erwachsene ein wichtiger Anker in schwierigen Lebenslagen. Sie bieten Gespräche, Begleitung, Vertrauen – und damit genau das, was junge Menschen brauchen, bevor Probleme größer werden. Wenn diese Strukturen wegbrechen, verlieren junge Menschen in Bautzen vertraute Ansprechpersonen, und die Stadt verliert wertvolles fachliches Wissen über Lebenslagen, Netzwerke und Bedarfe.

Aus unserer Arbeit wissen wir: Einmal geschlossene Projekte lassen sich kaum kurzfristig ersetzen. Der Wiederaufbau kostet deutlich mehr als ihr Erhalt, sowohl finanziell als auch personell. Schon heute ist es im gesamten Freistaat eine große Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte für die Soziale Arbeit zu gewinnen. Werden Stellen abgebaut, verschwinden Fachkräfte oft dauerhaft aus dem Bereich – ihr Engagement und ihre Erfahrung gehen verloren.

Leistungen der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit sind keine freiwilligen Zusatzaufgaben, sondern Ausdruck kommunaler Verantwortung. Wer sie schwächt, handelt gegen die Interessen der jungen Generation und riskiert langfristig höhere soziale Folgekosten. Kontinuierliche und verlässliche Angebote hingegen stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und machen Städte attraktiv für Familien und Fachkräfte.

Wir appellieren deshalb eindringlich an die Mitglieder des Stadtrates in Bautzen, die Projekte der Mobilen Jugendarbeit / Streetwork in Bautzen zu sichern und die Kürzungsanträge abzulehnen.

Gern stehen wir dem Stadtrat und der Verwaltung in Bautzen für ein fachliches Gespräch oder die gemeinsame Entwicklung nachhaltiger Lösungen zur Verfügung.