Praxisforschung

Die Ausgangslage

Die sächsischen Fachkräfte der MJA/ SW und von kooperierenden Arbeitsfeldern, sind in ihren Arbeitsrealitäten im Kontakt mit jungen Menschen, die sich rechtspopulistisch, gruppenbezogen menschenfeindlich und in verschiedenen Ausprägungen „rechtsorientiert“ äußern und verhalten. ReMoDe widmet sich der Erarbeitung von pädagogischen Konzepten und Interventionen sowie Grenzen im Umgang mit diesen Adressat:innen. Eine zentrale Frage wie Haltungsänderungen junger Menschen anregt werden können.

Das Forschungsinteresse

Entlang der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskurse und Verhältnisse lassen sich Bezüge zu den 1990er Jahren sowie den damaligen Arbeitsrealitäten von Fachkräften und anderweitigen Akteur:innen herstellen. Ein hoher Anteil der Projekte hat mit rechts(extrem) orientierten jungen Menschen gearbeitet. Um diese Expertise zu nutzen, wurde das Institut SOFUB beauftragt, Perspektiven, Haltungen und pädagogische Interventionen von Fachkräften innerhalb von Projekten Mobiler und Offener Arbeit der AgAG Programme, bzw. der Jugendarbeit der 90er Jahre in Sachsen zu untersuchen. Ziel ist es, die Erkenntnisse auf die heutige Praxis zu übertragen, bzw. eine Übertragbarkeit zu diskutieren.

Der Forschungsansatz

… versteht sich in Anlehnung an die Konzepte der Aktionsforschung als partizipativer Rückkopplungsprozess, dessen Fokus und Erkenntnisse in einer Forschungsgruppe diskutiert werden. Forschungsmethodisch werden 1. die Perspektiven und Praxis in den 90er Jahren analysiert, 2. gemeinsam mit Praktiker:innen entlang heutiger Arbeitsrealitäten abgeglichen sowie 3. ableitend strukturelle wie pädagogische Leitlinien formuliert. Zur Begleitung und Reflexion wurde ein wissenschaftlicher Beirat berufen.

Forschungsberichte

Die folgenden Berichte beleuchten Bedingungen und Arbeitsrealitäten der 90er Jahre. Sie bilden im weiteren Verlauf der Forschung die Grundlage, um Reflexionen und Ableitungen für heutige Praxis zu diskutieren. 

Fachkräfteinterviews – Ansätze, Haltungen und Perspektiven jugendarbeiterischer Praxis mit “rechts(extrem) orientierten Jugendlichen” in den 90er Jahren.

Kai Nolde: Die Anfänge der (mobilen) Jugendarbeit mit rechten Cliquen in Sachsen. Praxiserfahrungen aus einem hereinbrechenden Jahrzehnt 

Literaturrecherchen – Programmliteratur des AgAG, Evaluationen, Projekt- und Programmberichte.

Gillian Zimmermann, Nils Schuhmacher: “Großversuch im Schatten der Gewalt. Erfahrungen im „Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt“ sowie in weiteren Ansätzen der Arbeit mit rechts(extrem) orientierten Jugendlichen in Sachsen bis Ende der 1990er Jahre – Gilian Zimmermann & Nils Schuhmacher

Sozialräumlich fokussierte Studie 

Lisa Bendiek, Danilo Starosta: “Im Jugendclub gab es nur Glatzen“. Rechte Subkulturen, Jugendarbeit und Gewalt im Chemnitzer Fritz-Heckert-Gebiet von 1993 bis 2000